Lutherpark als Flow-Markt

Die Initiatoren von "Fein.Stadt.Klein" belebten am Samstag den Lutherpark: Ihr Flow-Markt lockte zahlreiche Besucher in die grüne Idylle an der Lutherkirche. Und es ging gar nicht so ums Handeln und Geld verdienen, sondern vor allem darim, gemeinsam eine gute Zeit zu haben.

Von Frank Blenz

Plauen - Flow. Das englische Wort steht für ein Gefühl der Leichtigkeit, dafür, dass etwas gut läuft und nicht mehr zu tun ist, als den Moment des Flows zu genießen. "Wenns aamol laaft", würde der Vogtländer sagen. Es lief - entspannt und friedlich. Für den nötigen Schatten an dem schönen Samstagnachmittag sorgten die ausladenden Bäume im Park. Zu genießen war auch sonst einiges. Eine kräftige Gemüsebrühe, Eis mit Erdbeere, Minze, Lavendel, Honig, mit Schokolade oder Buttermilch, Zitrone. Selten so edel mundete die kalte Köstlichkeit. Eine kulinarische Neuheit in der Stadt weckte Neugier bei den Flow-Markt-Gästen: Poutine. "Das sind kanadische Pommes, die sind selbstgemacht. Mit verschiedenen Soßen biete ich die an", meinte der Händler. "Schmeckt sehr würzig käsig und salzig - interessant", urteilte Besucherin Luise aus Leipzig, die überaus angetan war vom Charme und der Leichtigkeit im Lutherpark. Zwei Dutzend verschiedene Stände waren aufgebaut, die Besucher spazierten entlang der Tische voller Trödel, kleiner Schätze, Unikate und selbstgemachter Dinge, es wurde probiert, ein wenig gefeilscht, gekauft. Eine Händlerin bot Kirschen an und hängte sich einige "verkaufsfördernd" und gut gelaunt ans Ohr. Eine weitere Entdeckung: Alte Sandalen, wohl prähistorischen christlichen Ursprungs? "Nein, nein, das ist eine angesagte Londoner Marke", beteuerte ein junger Mann, der darauf verwies, dass die Sohlen Original von Autoreifen stammten und die Ware unkaputtbar sei.
 Der Flow war den ganzen Nachmittag püber in vollem Gange. Auf der Wiese saßen, lagen, aßen und tranken die Leute und den warmen Tag. Schon bald bauten ein paar Jugendliche ein Schlagzeug und Tonboxen auf und spielten auf, feiner Sound klang durch den Park. Gerry Hallbauer, Ideensucher, Finder und Kopf der Organisatorengruppe von "Fein.Stadt.Klein" lächelte zufrieden, während sein Blick über die Wiesen und Wege schweifte. "So haben wir uns das vorgestellt, das ist das Ziel gewesen: die Innenstadt bereichern, Plauen noch bunter machen."
Die nächste Aktion steht bald an, Anfang August gibt es wieder einen Tag im Park - dann im Stadtpark.