Lupart will Klartext

Oelsnitz - Die Oelsnitzer DSU-Fraktion macht die Abberufung des ehemaligen Geschäftsführers der Oelsnitzer Stadtwerke, Ger Bauer, zu einem ihrer Wahlkampfthemen. Lückenlose Offenlegung der Gründe für den Rauswurf gegenüber der Bevölkerung fordert Ulrich Lupart. Als Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke werde er immer wieder angegriffen - als einer derjenigen, die Bauer zu Fall gebracht hätten.

Dabei sei er zur entscheidenden Aufsichtsratssitzung am Donnerstag, 9. April, regelrecht ausgebootet worden. In der außerordentlichen Sitzung fiel der Beschluss, sich von Bauer zu trennen. Am Vorabend und am Donnerstagmorgen habe er mit Bauer telefoniert, um von ihm selbst mögliche Gründe für den Konflikt zu erfahren. Donnerstagmorgen sei er zu seiner Bürgermeistersprechstunde nach Reuth gefahren. Um 10 Uhr habe dort das Telefon aus dem Oelsnitzer Rathaus geklingelt und Lupart erfuhr, dass die für Donnerstagabend angesetzte Aufsichtsratssitzung auf 11 Uhr vormittags vorverlegt worden war. Lupart: "Ich ließ mich mit Oberbürgermeisterin Möbius verbinden. Sie begründete die plötzliche Verschiebung mit meinem Telefonat mit Bauer."

Wie Lupart weiter berichtet, war der OB umgehend aus Bauers Umgebung in den Stadtwerken von der Verbindung nach Reuth berichtet worden. An der Aufsichtsratssitzung konnte Lupart dann wegen seiner Verpflichtung als Bürgermeister in Reuth nicht teilnehmen. Nach einem weiteren Gespräch mit dem Ex-Geschäftsführer habe er Zweifel an dessen Schuld und sehe nicht ein, warum Bauer keine Gelegenheit erhielt, sich zu verteidigen. Informiert werden sollten die Bürger laut Lupart auch, welcher finanzieller Schaden der Stadt durch die Bezahlung von zwei Geschäftsführern entsteht, denn Bauer beziehe sein Gehalt noch über sein Anstellungsverhältnis hinaus für ein weiteres Jahr bis Ende 2010, während Ines Puhan als Geschäftsführerin amtiert.

Schließlich will der DSU-Stadtrat eine Diskussion über die Rolle der Kommunalen Energie-Dienstleistungs-Gesellschaft Südsachsen (KES) ins Rollen bringen, zu der die Oelsnitzer Stadtwerke gehören. "Welchen Nutzen haben die KES-Dienste für die Stadt oder gebe es auch preisgünstigere Angebote?", fragt Lupart.  R.W.