Luftballons gegen Homophobie

Mehr als drei Dutzend vornehmlich junge Teilnehmer ließen am Sonntag auf dem Altmarkt Luftballons in den Himmel steigen. Die Aktion "Rainbowflash" des Vereins Colorido fand anlässlich des weltweiten Tages gegen Homophobie statt.

Von Frank Blenz

Plauen "Buntes Plauen" war auf einem Transparent zu lesen, das auf dem Pflaster des Altmarktes lag. Bunt als Gleichnis für eine vielschichtige Gesellschaft, auf die die Teilnehmer des Rainbowflashs (Regenbogenblitz) mit ihrer Aktion aufmerksam machen wollten. Der Plauener Verein Colorido wollte zugleich ein Zeichen setzen für Akzeptanz und gesellschaftlichen Zusammenhalt gerade in diesen Pandemiezeiten. Auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 17. Mai 1990, hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dem jahrelangen internationalen Kampf nachgegeben und Homosexualität aus ihrem Diagnose-Schlüssel gestrichen, seither gilt diese nicht mehr diskriminierend als Krankheit. Der Rainbowflash gefindet seit zehn Jahren statt, initiiert vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen. Mitorganisator Lars Legat (Die Linke Plauen) kritisierte einen skandalösen Zustand in Sachsen in Verbindung mit der gegenwärtigen Situation in Polen. "Dort rühmen sich inzwischen fünf der 16 Regierungsbezirke (Woiwodschaften), 37 Landkreise und 55 Gemeinden damit, dass sie "LSBTI-freie Zone" (frei von homo-, trans- oder intersexuelle Menschen) sind.. Er verurteilte zudem die Praxis sächsischer Kommunen, ihre weltoffenen polnischen Partnerstädte nicht in deren Bemühen zu unterstützen, den ultrakonservativen Bestrebungen des Staates die Stirn zu bieten.
"Die Vertreter von Dresden und Reichenbach haben sich beteiligt. Unser Plauen zum Beispiel nicht", so Legath.