Lokführer streiken bei Vogtlandbahn

Lokführer und Zugbegleiter der Vogtlandbahn haben am Mittwoch für drei Stunden die Arbeit nieder gelegt. Laut Gewerkschaft nahm das Unternehmen eine schriftliche Zusicherung zu einem Rahmentarifvertrag plötzlich wieder zurück.

Neumark - Lokführer und Zugbegleiter der Vogtlandbahn sind Mittwochnachmittag von 16 bis 19 Uhr in einen Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte kurzfristig zu dem dreistündigen Ausstand aufgerufen. Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern vor, sie hätten nach fünfmonatigen und scheinbar erfolgreichen Verhandlungen ihre Zusage für einen ausgehandelten Rahmentarifvertrag Ende Juli wieder zurückgezogen. Das sei unredlich.

Laut Vogtlandbahn-Chef Hartmut Schnorr waren sowohl die Vogtlandbahn als auch der Alex in Bayern vom Ausstand betroffen. Es sei die GDL gewesen, die einseitig die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt habe, betonte er. Die Arbeitgeber seien gesprächsbereit. Die Vogtlandbahn beschäftigt nach eigenen Angaben rund 170 Lokführer und 85 Zugbegleiter. Laut GDL verdienen Kundenbetreuer oder Lokomotivführer bei der Vogtlandbahn GmbH (VBG) durchschnittlich zehn Prozent weniger als das Zugpersonal anderer Unternehmen. "Die GDL stellt sich nicht gegen den Wettbewerb, akzeptiert aber keinen Wettbewerb, der über die Lohnkosten der Beschäftigten geführt wird", sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Die GDL fordert die Anerkennung der bundesweit geltenden Rahmentarifverträge.

"Die Kollegen sind stinksauer", sagte am Abend GDL-Vize Norbert Quitter nach einem Treffen mit den Streikenden der Vogtlandbahn in Plauen. "Seit Sommer 2011 laufen die Verhandlungen mit der Vogtlandbahn zum Flächentarifvertrag. In den letzten fünf Monaten liefen die Verhandlungen scheinbar erfolgreich, doch dann zog das Unternehmen Ende Juli zur Überraschung der Mitarbeiter ihre bereits schriftlich erteilte Zusicherung zur Akzeptanz der Rahmenreglungen zurück. Zu teuer, hieß es plötzlich aus dem Unternehmen", so Quitter. Durch den Streik kam nach Gewerkschaftsangaben etwa 90 Prozent des Verkehrs der Vogtlandbahn und etwa 70 Prozent des Alex-Verkehrs zum Erliegen.

Auch bei der Vogtlandbahn seien laut Quitter Überstunden der Lokführer und Zugbegleiter auf der Tagesordnung. "Es herrscht erheblicher Personalmangel. Und angesichts der Bezahlung bei der Vogtlandbahn ist es kein Wunder, dass Personal abwandert oder erst gar nicht anfängt", sagte Quitter. "Das Unternehmen tut sich auch selbst keinen Gefallen, wenn es einem Rahmentarifvertrag nicht zustimmt", sagt der Gewerkschafter weiter. "Andere private Eisenbahnunternehmen haben das bereits getan." M. T.