Löwel-Foyer neuer Blickfang

Neben einem Platz zwischen Neundorfer Straße und Marienstraße, der nach Hans Löwel benannt wurde, finden wir in Plauen im Vogtlandtheater ein Foyer, das - aus gutem Grund - seinen Namen trägt. Seit Donnerstag ist es dort ein Stück ansehnlicher geworden.

Plauen Wer im Plauener Theater den Weg nach ganz oben findet, landet am Ende im zweiten Rang und seinem Foyer, das nach Hans Löwel benannt wurde. Auf der einen Seite des Foyers, im Seitengang, blickt ein gütiger, älterer Herr aus einem Rahmen: Hans Löwel, fotografiert im Alter von etwas mehr als 70 Jahren. Weitere Tafeln informieren über die Löwel-Stiftung und ihre Aktivitäten zugunsten des Plauener Theaters. Auf der anderen Seite ist der Wolkenapparat postiert. Eine theaterhistorische Rarität, mit der einst faszinierende Bühneneffekte erzielt wurden, und das von kundigen Theaterleuten (und mit finanzieller Unterstützung des Plauener Theaterfördervereins) gerettet und seit einigen Jahren einer staunenden Nachwelt präsentiert werden kann. Dazwischen befindet sich ein größerer Raum, der auf der einen Seite durch eine Wand, auf der gegenüberliegenden Seite durch einen der Eingänge zum zweiten Rang und zwei große Spiegel bestimmt wird. Das alles wurde vor einigen Jahren von Roland May, dem Generalintendanten, zum Löwel-Foyer erklärt. Damit dem Mäzen und edlen Spender Hans Löwel die Referenz erweisend.

In Kurzfassung etwas zu dieser bemerkenswerten Persönlichkeit. Geboren 1920 in einem nicht mehr vorhandenen Haus an der Gottschaldstraße in Plauen, besuchte Hans Löwel in seiner Heimatstadt die Schule, wurde Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg und kehrte unversehrt zurück. In der harten Nachkriegszeit lernte er Edith Müller, eine junge Soubrette am Plauener Theater, kennen und lieben; sie wurde seine Frau. Gemeinsam gingen sie in den Westen, bauten sich - sehr erfolgreich - in Bamberg eine Existenz als Großhändler für Textilien auf. Hans Löwel fungierte, unter anderem, als Generalvertreter für textile Produkte aus Plauen.

Anfang der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts spendete Hans Löwel seiner Heimatstadt 100.000 Mark; davon wurde die Vater-und-Sohn-Plastik bezahlt, die ihren Platz inzwischen vor dem Ohser-Haus an der Nobelstraße gefunden hat. Wenig später stattete er den Plauener Theaterförderverein mit 500.000 Mark aus, um damit das Plauener Theater zu unterstützen. Als Hans Löwel dann, kurz vor seinem Tod im April 1996 eine nach ihm benannte Stiftung initiierte, partizipierte der Plauener Theaterförderverein 15 Jahre lang von 12,5 Prozent des Stiftungsvermögens. 2010 etablierte der Verein eine vereinseigene Stiftung, die Hans-und Edith-Löwel-Stiftung - Vogtlandtheater Plauen, um auch künftig das Theater in Plauen tatkräftig unterstützen zu können.

Das Löwel-Foyer präsentiert sich seit dieser Woche mit neuen Stühlen und dazu passenden Tischdecken. Blickfang ist eine rund fünf Meter lange und fast zwei Meter hohe Fotowand. Auf ihr sind eine Fülle historischer Aufnahmen des Plauener Stadttheaters zu sehen, das 1898 feierlich eingeweiht wurde. Das Foyer soll, so Roland May, in verschiedener Weise genutzt werden; so auch als zusätzliche Spielstätte. Von Friedrich Reichel, dem Vorsitzenden des Theaterfördervereins, war zu erfahren, dass von Verein und Stiftung 4000 Euro bereitgestellt wurden, um die Bar der Kleinen Bühne und die weitere Ausgestaltung des Löwel-Foyers zu finanzieren. An der Gestaltung des Foyers war Ausstatterin Thurid Goertz beteiligt.