Lochbauerwirt schenkt sein eigenes Bier aus

Plauen - Lochbauerwirt Marcel Poser hat sich einen Traum erfüllt: Er schenkt seit neuestem sein eigenes Bier aus. Das historische Hammerbier lässt er nach alter Rezeptur im Vogtland herstellen. Am Freitag kosteten die ersten Gäste das würzige Gebräu im Biergarten.

 

"Mmmh, das kann man trinken." So oder so ähnlich hörten sich die Kommentare der Besucher an, die zum Anstich der ersten Fässer Hammerbier in den Lochbauer gekommen waren. Marcel Posers Team schenkte etliche Gläser aus, der Rostergrill glühte und die Gruppe Lachtaler bot die passende, wenngleich recht lautstarke volksmusikalische Untermalung in der gut gefüllten Ausflugsgaststätte am Elsterufer. "Das Bier schmeckt fein, es hat etwas liebliches", schätzte Besucherin Marina Wittig ein. Ihre Bekannte Petra Schmidt pflichtete bei: "Es ist auch den Frauen genehm!" Marcel Poser und seine Frau Katja Poser lächelten, so, als sei gerade Weihnachten, das Konzept, die Idee, ein altes Bier wieder zu brauen, ging auf. Wie kam es dazu? "Ich habe bei einem Termin in einem zum Kauf angebotenen Haus Rezepte der Hammerbrauerei gefunden und den Eigentümer schließlich überzeugt, dass er mir die überlässt", berichtete Poser.

Das Hammerbier ist eines der Brausorten, die in Plauen einst hergestellt wurden. Der Standort der Brauerei von Wilhelm Friedrich Hammer befand sich in der Nähe der heutigen Südinsel (Sauinsel). Der noch vorhandene Hammerpark wird in den kommenden Jahren saniert. Auch die Hammervilla existiert noch. 1858 erstmals urkundlich erwähnt, wurde das Bier nach dem Zweiten Weltkrieg in kleiner Menge wieder produziert, bevor die Firma in den 1960ern verstaatlicht und später stillgelegt wurde, liest man in den Archiven. Das jetzt verwendete Rezept ist übrigens keines aus dem 19. Jahrhundert, verriet Marcel Poser. "Ich habe Brau-Protokolle aus den Jahren um 1930, in denen die Produktion und Zusammensetzung genau beschrieben ist.""Nun lasse ich dieses Bier in der Region exklusiv brauen, aber keine Angst, auch das Sternquell gibt es nach wie vor im Lochbauer", sagte der Wirt und Koch. Die Idee mit dem lokalen Bier geistere schon seit Jahren bei ihm herum, in den Lehr- und Wanderjahren in der Gastronomie in Bayern arbeitete er in vielen Orten, die alle eines gemeinsam hatten: Ihr eigenes Bier. "So was in Plauen, im Lochbauer, das wäre es doch", dachte sich der 36-Jährige.

Das Vorhaben und so ein bisschen mehr regionale Biervielfalt sind realisiert. Zunächst sind 120 Fässer a 30 Liter produziert, weitere folgen, es soll demnächst noch Flaschenbier hinzukommen, sagt Poser. Das wären bis zum Saisonausklang im Lochbauer im Oktober an die 800 Kästen. Also dann, ein Prosit mit dem neuen alten Hammerbier, das ein ganz normales, süffiges Premiumpils ist! va