Liste mit 34 Mängeln in Chrieschwitz abgearbeitet

Eine große Mängel-Problem-Wunsch-Liste von 34 Punkten ist am Dienstagabend zur neuerlichen Einwohnerversammlung im Plauener Stadtteil Chrieschwitz besprochen und "abgearbeitet worden". Nachdem vor einigen Wochen ein Vorort-Termin in Chrieschwitz mit intensivem Rundgang etliche Fragen und Bürgereinwände zutage brachte, wurde nun in der Turnhalle der Hufelandschule eine erste Zwischenbilanz der Umsetzung gezogen.   Anders als bei früheren Zusammenkünften kamen diesmal lediglich etwa zwei Dutzend Bürger, die einem Dutzend Vertretern der Stadt (zum Beispiel Stadtplanung, Tiefbau, Sicherheit und Ordnung) sowie den Geschäftsführern der AWG und WBG und einer Vertreterin der Polizei gegenübersaßen. Die Versammlung leitete Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, der straff die einzelnen Punkte ansprach. Sein charmanter Kommentar zur überschaubaren Teilnahmezahl: "Es ist wahr. Zur Zeit ist es einfach zu kalt, da bleibt man lieber daheim."

Die zu besprechenden Themen waren auch weniger "aufregend" wie bei früheren Versammlungen, bei denen es schlicht um den Fortbestand des Viertels ging. Frischer Bitumen auf Straßen, Schlaglöcher verfüllen, fehlende oder zuviel Parkplätze, mehr Grünfläche, der Zustand von Rasen, wilde oder angelegte Wege, Garagengemeinschaften, defekte Straßenbeleuchtungen, verkehrsberuhigte Zonen kamen diesmal ebenso zur Sprache wie kaputte Fußwege, fehlende Abfallbehälter und übertriebene An- und Abfahrten von Eltern an Schulen, um die kleinen Schützlinge zum Unterricht zu bringen oder abzuholen.  "Man könnte auch ein paar Meter laufen, statt mit dem Auto direkt vor die Tür zu fahren", schlug der OB vor. Die angesprochenen Punkte seien allesamt in Arbeit oder schon erledigt, quittierten die Zuhörer genauso erfreut wie den Einwurf, dass ein altes Sofa aus einem Gebüsch nahe der Wohnblöcke nun abtransportiert wurde.

Eine positive Bilanz der Entwicklung des Stadtteils zogen die beiden Geschäftsführer von WBG und AWG. Zwar spreche man immer noch von einem schrumpfenden Wohngebiet, aber Chrieschwitz stabilisiere sich und es werde keine großflächigen Abrisse mehr geben, dafür aber Investitionen zur Qualitätssicherung, garantierte AWG-Chef Roland Mehlhorn, der bei seinem Bestand an Wohnungen noch einen Leerstand von 23 Prozent ausmachte. WBG-Chef Wilfried Unglaub berichtete von einem 10-Prozent-Leerstand und umfangreichen Sanierungsarbeiten, die in Zukunft in Chrieschwitz geplant seien: "So wollen wir im Bereich des Kastanienweges ein großes, schönes Seniorenzentrum, das wir gemeinsam mit der schon ansässigen AWO dort ausbauen werden."

Auch anwesende Bürger kamen zu Wort, deutlich sprachen sie Lob und Kritik aus. "Ich bin gern in Chrieschwitz daheim und ich finde es Klasse, dass der Forderungskatalog so zügig abgearbeitet wird", sagte Wolfgang Hinz. Bei den Gehwegen über Grundstücke, auf denen früher mal Wohnblöcke standen, sollte eine ordentliche Lösung her, nicht einfach nur "Trampelpfade", meinte Hinz. Klaus Jäger äußerte sein großes Unbehagen über die fehlende Sauberkeit im Stadtteil und das Verhalten von Mitbürgern: "Hier sieht es an manchen Stellen einfach saumäßig aus. Es gibt Leute, die schmeißen den Müll achtlos weg, sogar aus der Wohnung oder ich sah schon, wie Autofensterscheiben runtergedreht und Sachen rausgeworfen wurden - das ist nicht akzeptabel." Unverständnis über die seiner Meinung nach ungenügende Arbeit der Ordnungskräfte äußerte Roland Klein, der die zahlreichen nächtlichen Ruhestörungen beklagte. "Es wird hier gleich bei den Elfgeschossern und nicht nur da abends nach 22 Uhr laut gemacht, das geht mitunter bis zwei Uhr, drei Uhr. Sogar gegrillt wird. Und wenn man die Polizei ruft, kommt keine", schimpfte Klein.  Die Polizeisprecherin nahm die Kritik mit der Einschränkung an, dass man bei der Polizei personell nicht in der Lage sei, gerade jetzt in Frühjahr und Sommer, überall zu sein, denn gegrillt und sich getroffen werde in der gesamten Stadt, zudem erstrecke sich das Einzuggebiet der Plauener Polizei von Schönberg bis Elsterberg? Zumindest die Chefs von AWG und WBG versprachen zu reagieren. fb