Lisann liest sich in Jury-Herzen

Die zwölfjährige Lisann Herrmann aus Jößnitz ist die beste Vorleserin des Vogtlandkreises und strahlte natürlich mit ihrer Mama Annett um die Wette, als die Fachjury das Ergebnis verkündet hatte. Am Mittwochabend fand in der Vogtlandbibliothek das Kreisfinale des Vorlesewettbewerbes des Börsenvereins des Buchhandels statt.

Von Ingo Eckardt

Plauen Die Aufregung im Mehrzweckraum in der zweiten Etage war beinahe greifbar. Fünf Mädels und zwei Jungs waren zum Finale gekommen, zumeist begleitet von ihren Eltern, einige auch mit ihren Deutsch-Lehrerinnen als "moralische Unterstützung". Kurzfristig mussten zwei weitere Finalisten passen, weil sie von der Grippewelle erwischt wurden. Und auch die erste Starterin, Alida Mucevic aus der Kemmler-Oberschule Plauen, war sichtlich gesundheitlich angeschlagen. Doch sie machte ihre Sache genauso souverän, wie Chiara Hellinger (Diesterweg-Gymnasium Plauen), Lina Erdtmann (Mosen-Gymnasium Oelsnitz), Niklas Spietzer (Rückert-Oberschule Plauen), Oyuna Fischer (Evangelische Montessori-Oberschule Plauen), Sarah Mehlis (Lessing-Gymnasium Plauen) und eben Lisann Herrmann aus der Plauener Friedens-Oberschule.
Sie hatte sich einen Text aus ihrem Lieblingsbuch "To all the boys I've loved before" (das Startbuch der "Boys"-Trilogie, die vor allem von Tennie-Mädels gern gelesen wird) von Jenny Han ausgesucht. Aufgeregt hielt sie mit ein wenig zittrigen Händen das Buch und begeisterte doch mit ihrem lebhaften und fehlerfreien Vortrag die Juroren Petra Mecke (ehemalige Buchhändlerin), Selice Benecke (Vorjahressiegerin des Vorlesewettbewerbs), Jörg Simmat (Schauspieler und Vorlesepate in der Bibliothek) und Michael Riedel (Mitarbeiter der Vogtlandbibliothek).
Auch die anderen Vorleser brachten ihre vorbereiteten Texte in hoher Qualität dar. Auszüge aus beliebten Kinderbüchern wurden vorgelesen. Cornelia Funkes "Tintenherz", die von André Marx geschriebenen berühmten "Drei ???" lösten das Rätsel der Meister und in Susan Krellers "Elektrische Fische" ging es um den zwangsweisen Umzug eines Mädchens in die mecklenburgische Provinz. Und natürlich kam auch der unvermeidliche Harry Potter gleich dreifach zu Vorlese-Ehren.
In der Pause zum zweiten Durchgang lud das Bibliotheksteam die kleinen Leseratten und ihre "Fanclubs" zu einem entspannten Rundgang durch Kinderbibliothek ein. Dann ging es nochmals an das Vorlese-Pult: Die kleinen Vorleser bekamen ein recht neues Buch präsentiert, aus denen ein Fremdtext gelesen werden musste. Dabei handelte es sich um Andrea Martins "Die Monsterprüfung". Nach kurzer Tagung der Jury stand die strahlende Gewinnerin, die aus den sehr guten Leseleistungen herausragte, fest. Sie wird nun in der nächsten Stufe, im Bezirksausscheid die Region vertreten. "Im März oder April duellieren sich dann die besten Vorleser und Vorleserinnen des Regierungsbezirks Chemnitz. Wo genau das Bezirksfinale stattfindet, ist noch nicht bekannt", erklärt Sylvia Meinhold, die in der Bibliothek für Leseförderung und Bibliothekspädagogik zuständig ist, das Prozedere beim veranstaltenden Börsenverein.