Linienbetrieb am Flughafen Hof-Plauen endgültig eingestellt

Die Linienverbindung vom Flughafen Hof-Plauen nach Frankfurt wird eingestellt und auch nach der Insolvenz des bisherigen Betreibers, Cirrus Airlines, nicht mehr neu ausgeschrieben. Dies ist das Ergebnis einer Gesellschafterversammlung des Flughafens am Montag.

Nun werde der Fortbestand des Verkehrslandeplatzes Hof-Plauen für Geschäfts-, Werks- und sonstige Verkehre sowie für Flugschulen für die Zeit von fünf Jahren verlässlich gesichert und auch die Ausstattung des Verkehrslandeplatzes festgelegt werden, teilten die Verantwortlichen mit. Parallel dazu sollen mit dem Wirtschaftsministerium in München und dem Luftamt Nordbayern bei der Regierung von Mittelfranken notwendige Investitionsmaßnahmen gemäß dem "Plan B" geklärt und das Profil des Flughafens für die kommenden Jahre vertraglich festgelegt.

Die Entscheidung gegen eine Fortführung der Frankfurt-Linie basierte für die Gesellschafter und die Flughafen-Geschäftsführung auf objektiven Marktbeobachtungen: "Die Entwicklung in den letzten 10 Jahren in der Verkehrsinfrastruktur Zentraleuropas hat sich maßgeblich verändert", sagt Flughafen-Geschäftsführer Klaus-Jochen Weidner. Neue, hochmoderne Autobahnnetze, wie zwischen München und Berlin hätten neben dem Ausbau der Flughäfen Nürnberg und Leipzig auch eine Umorientierung der Verkehrsteilnehmer hin zu großen Airports - wie München - bewirkt, meint Weidner.

Zudem sei im Gesellschafter-Gremium festgestellt worden, dass sich der Luftverkehr in Europa und ganz besonders in Deutschland völlig neu formiert. Dies unterstreiche die Tatsache, dass die Lufthansa derzeit ein Restrukturierungsprogramm in einem nicht gekannten Ausmaß fahre, um für die Märkte der Zukunft stabil aufgestellt zu sein. Für die Spartenverkehre bleibe immer weniger Raum, was auch durch die Insolvenz zahlreicher Fluggesellschaften in Europa, insbesondere in Deutschland, zu einer Marktveränderung geführt habe. Die Pleite bei Cirrus Airlines (bisheriger Betreiber der Linie Hof-Frankfurt) sei beispielgebend.

Zahlreiche Gespräche, unter anderem mit der deutschen Regionalfluggesellschaft OLT Express, gaben der Geschäftsführung des Flughafens Hof-Plauen zunächst die berechtigte Hoffnung, dass die Geschäfte für die Zukunft auch unter erschwerten Bedingungen möglich sein würden. Nun ist aber klar: Die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Ertrag könnten aber erst ab Sitzplatzkapazität von mehr als 100 Passagieren pro Flug wirtschaftlich dargestellt werden. Aus diesem Grund bauen derzeit die kleinen Fluggesellschaften ihre Flotten um. Zur Folge verbleiben kaum mehr Flugzeugtypen, wie zurzeit eingesetzt, vom Typ Dornier 328 oder vergleichbarem Fluggerät, mit weniger als 50 Sitzen.

Nachdem die Zahlen in der Vergangenheit gezeigt hätten, dass die wirtschaftlich benötigten rund 20 000 Passagiere pro Jahr nur bei einer optimalen Linienführung und Streckendurchführung erreicht werden können, derzeit dies aber kein Betreiber anbieten kann und zahlreiche Fluggäste sich nach den schlechten Erfahrungen der beiden letzten Jahre neue Reisewege gesucht haben, ist aus Sicht der Geschäftsführung das wirtschaftliche Ziel kurzfristig nicht erreichbar. Dies sah vor, 1,5 Millionen Euro durch Fluggäste zu erwirtschaften. Dem gegenüber standen Gesamtkosten von 4,6 Millionen Euro für den Linienflugbetrieb. Der aktuelle Zuschuss lag demnach bei rund drei Millionen Euro. Der momentane Zuschussbedarf würde sich also weiter erhöhen.

"Eine weitere Steigerung der Zuschüsse ist aus meiner Sicht nicht mehr verantwortbar - hier waren wir bereits in der Vergangenheit an einer Grenze angelangt, die aus meiner Sicht nicht überschritten werden darf. Der Entschluss die Linie nicht neu auszuschreiben ist deshalb schmerzhaft, aber unvermeidlich", sagt Hofs Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner.

Außerdem sei zu befürchten, dass nach einer kurzfristigen Wiederaufnahme dieser Linie bereits zeitnah eine neue Einstellung drohen würde, da die Anzahl der einsetzbaren Fluggeräte in Europa immer weniger wird und sich somit auch kaum noch Ersatzfluggeräte am Markt befinden. Auch mit einer weiteren Steigerung der Treibstoff- und Sicherheitskosten ist zu rechnen, was ebenfalls den Zuschussbedarf weiter ansteigen ließe.

Flughafen-Geschäftsführer Hermann Seiferth hat den Gesellschaftern und Beiräten Vorschläge zur Personaleinsparung unterbreitet, die nun zunächst beraten werden müssen. Ziel ist eine sozialverträgliche Anpassung der Beschäftigtenzahlen am Flughafen Hof-Plauen. Die Stadt Plauen unterstützt den Airport mit rund 100 000 Euro pro Jahr. va