Leselust statt Lesefrust in der Oelsnitzer Stadtbücherei

Leseförderung - das liegt auf der Hand, ist eines der Hauptanliegen der Bibliotheken - so auch der Oelsnitzer Einrichtung. Getreu dem Motto "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr", fasst man verstärkt die Kinder ins Auge.

Seit dem vergangenen Jahr werden im Hause angebotene Kreativtreffs mit Literatur gekoppelt. Das heißt, dass Bastelbücher dabei stehen oder aber -ganz aktuell - zu Märchenbüchern eine Bilderausstellung läuft. Noch einen Schritt weiter soll es 2010 gehen. Anvisiert ist eine Kooperation mit der Grundschule Am Stadion. Dann werden die hiesigen "Bücherwürmer" mit dem Grundschul-Lesezirkel zusammengeführt.

 Und was liest der Nachwuchs am liebsten? Nach wie vor sind Fantasy-Geschichten "in", Pferdebücher, Literatur zu Verfilmungen. Letzteres trifft auch auf die erwachsene Klientel zu. Am häufigsten ausgeliehen werden aktuelle Bestseller, beispielsweise historische Romane, aber auch Sachbücher und Reiseliteratur sind 2009 stark nachgefragt worden, gibt Leiterin Petra Enders Auskunft.

Über 1500 aktive Benutzer zwischen 7 und 90 Jahren zählte das Haus im Vorjahr, wobei knapp 51 300 Entleihungen registriert wurden. Der Medienbestand stieg auf über 33 000 an. Und was die Zugänge betrifft, lobt Petra Enders die immense Unterstützung aus der Bevölkerung. Mindestens ein Drittel an Neuzugängen, somit rund 600 Bücher, vorrangig aus dem Bereich Belletristik, sind Geschenke. Allein 256 Bücher übergab der Landfrauenverein Posseck an die öffentliche Einrichtung.

Das "Phänomen" ist, so Frau Enders, dass die Bücherspender oft keine Bibliotheksnutzer sind und trotzdem die sich in sehr gutem Zustand befindlichen Exemplare dem Haus schenken. Dafür ein großes Dankeschön! Blickt die Chefin auf das zurückliegende Jahr, dann freut sie sich darüber, erstmals wieder einen Azubi ausbilden zu dürfen, wir berichteten.

 Besonders hat es sich Petra Enders zur Aufgabe gemacht, den territorialen Altbestand systematisch weiter aufzubauen. Kurzer Vergleich: 1991 passte dieser in einen Karton, heute gibt es eine Fülle in zwei Regalen. Heimatforscher können sich freuen, kleine "Schätze" kommen hin und wieder dazu.

Wenn der Jahresetat aufgeteilt wird, dann werde sich in erster Linie nach Leserwünschen gerichtet, unterstrich die Fachfrau. Der Medienetat der Stadt lag im Vorjahr bei 12.000 Euro. Froh und dankbar ist die Einrichtung auch über die Förderung des Kulturraums Vogtland/Zwickau.

Die institutionelle Projektförderung betrifft die Vernetzung der vogtländischen Bibliotheken und soll 2010 nutzbar werden. Per "Mega-Suchmaschine" sollen so die Bestände der Bibliotheken einsehbar sein. Welche Höhepunkte sind 2010 noch geplant? Bernd-Lutz Lange kommt wieder mit einem Soloprogramm in die Katharinenkirche und zwar am 26.August. Weiterhin lockt eine Multivisionsschau zur Weltrekordexpedition der Trans-Himalaya-Überquerung per Rad von Gil Bretschneider und Peer Schepanski am kommenden Freitag in den Fürstensaal von Schloss Voigtsberg.

Petra Enders empfiehlt besonders die Lesung ,,Die Welt da drinnen"? mit der preisgekrönten Autorin Helga Schubert am 19.April, wobei dem Buch Akten von 179 Patienten der Schweriner Nervenklinik zugrunde liegen, die 1941 als "lebensunwert" ermordet wurden. Seit Mitte der 90er Jahre pflegt die Bibliothek enge Kontakte zur Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, so dass derartige Angebote möglich werden.  P.A.