Leichenfund in Plauen überschattet Gedenkfeier

Leichenfund in Plauen. Ein männlicher Toter wurde am Samstag gegen 13.40 Uhr im historischen Komturhofgebäude in einer Grube des Ausgrabungsbereiches gefunden. "Bei Vorbereitungsarbeiten zur dort geplanten Filmvorführung anlässlich der Gedenkveranstaltung zum 65. Jahrestag des Angriffs auf Plauen entdeckte ein Verantwortlicher diesen Leichnam", teilte die Polizei mit.

 

Wie Polizei-Pressesprecher Jan Meinel weiter erklärt, sei ein Mitarbeiter des Aufbauteams auf den grausigen Fund gestoßen, als er einen Scheinwerfer zur Ausleuchtung der Veranstaltung, die am Abend im Komturhof stattfinden sollte, einrichten wollte. Dabei sei er in einem Bereich des Komturhofs gewesen, der sonst nicht betreten werde und auch nicht einsehbar sei. Unklar sei, wie der Tote an diese Stelle gelangte.

Zur Klärung der Todesursache - es gebe bisher weder für einen Selbstmord noch für ein Verbrechen Anhaltspunkte - und der Identität erfolge eine Sektion durch die Gerichtsmedizin Chemnitz, teilt die Polizei weiter dazu mit. Man hoffe, dass dies noch in dieser Woche passiert. Da die Leiche stark verwest sei, können man zurzeit keine gesicherten Aussagen zur Person und zur Todesursache machen, so Meinel.

"Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen 33 Jahre alten Mann aus Oelsnitz, welcher seit Dezember 2009 vermisst wird", steht dazu im Polizeibericht. Dafür sprächen erste Anhaltspunkte, so Meinel auf Nachfrage unserer Zeitung, die er gestern jedoch nicht näher erklärte. Der Oelsnitzer wird seit dem 10. Dezember vermisst. Der Mann war mit Freunden in der Diskothek N 1 am Plauener Klostermarkt, die sich unweit des Komturhofes befindet. Er fühlte sich in jener Nacht nicht wohl, wollte an die frische Luft. Seitdem ist er verschwunden. Freunde und Bekannte sowie die Polizei (sogar mit Suchhunden) suchten im Umkreis der Diskothek nach dem Oelsnitzer, damals jedoch erfolglos.

Besonders schockiert vom Fund waren die Mitglieder vom Komturhofverein, welche am Samstag die Filmvorführung anlässlich der Gedenkveranstaltung vorbereiteten, so Vereinschef Christian Pöllman, der ebenfalls vor Ort war. Nachdem sofort die Polizei informiert wurde, habe man sich selbst erst einmal sammeln müssen. "Das hat uns sehr berührt", so Pöllmann. Die Polizei habe sehr professionell reagiert und alles weitere mit dem Verein abgesprochen.

So war auch sofort klar, dass die ineinander greifenden Veranstaltungen (Film, ökumenischer Gottesdienst und Friedensandacht) nicht am geplanten Ort stattfinden können. Die Filmvorführung wurde daher kurzerhand - die Idee hierzu kam von Superintendenten Matthias Bartsch, bedankt sich Pöllmann - in den Johanniskirchsaal verlegt, die trotz aller Hindernisse, die gesamte Ton- und Lichttechnik musste ab- und in kleinerer Version wieder aufgebaut werden, pünktlich beginnen konnte. Der Gottesdienst fand in der Johanniskirche und die Friedensandacht davor statt. va