Lehrerkonferenz mit Maske und Abstand

Plauen Klaus-Peter Palme ist seit 2013 Direktor des Berufsschulzentrums "e.o.plauen", aber eine Situation wie derzeit hat er natürlich noch nie erlebt. Am Montag hielt er eine Dienstberatung unter ganz besonderen Bedingungen ab. Seine Lehrerschaft hatte mit gehörigem Abstand Platz auf den aufgestellten Stühlen genommen, die meisten trugen einen Mund-Nasen-Schutz, wie ihr Direktor, der an einem Stehpult Platz nahm.
"Das ist schon recht speziell, unter solchen Bedingungen zu arbeiten", befand Palme. Er dankte seinen Kollegen für die engagierte Arbeit zwischen dem 16. März und den Osterferien, in denen man neue Formen der Beschulung ausprobieren musste. "Es war überaus herausfordernd für die Kollegen, sich auf diese digitalen Formen der Wissensvermittlung - vor allem auf die Plattform LernSax - einzulassen", so der Schulleiter. Er besprach mit den Kollegen auch allgemeine Themen, wie die Prüfungsvorbereitung für die Abschlussjahrgänge an den verschiedenen Schulformen. Es wurde über Infektionsschutzmaßnahmen im laufenden Schulbetrieb und die Fortsetzung der Online-Lernzeit für alle Klassen gesprochen, die heuer keine Abschlüsse haben. "Die Herausforderung besteht natürlich darin, die drei verschiedenen Schulformen mit ihren Besonderheiten zu beachten. So begannen heute die Konsultationen im beruflichen Gymnasium, wo am 30. April bereits die ersten Prüfungen auf dem Plan stehen. Am Mittwochvormittag startet die Jahrgangsstufe 12 der Fachoberschule wieder in die Regelbeschulung. Hier liegen die Prüfungstermine ab Anfang Juni an. Ebenfalls Mittwochvormittag starten die regionalen Klassen der Fachinformatiker und Tischler-Azubis des Abschluss-Jahrganges in die Prüfungsvorbereitung und ab Mittwochmittag beginnen auch die sechs überregionalen Abschlussklassen mit dem Unterricht", macht Palme die komplizierte Lage der Dinge verständlich.
So gäbe es nun bis zum 30. April schon feste Pläne für die Prüfungsvorbereitung in den einzelnen Klassen, die hin und wieder auch geteilt werden müssen, denn mehr als 15 Absolventen passen nicht in die Klassenzimmer. Sind mehr Jugendliche in einer Klasse, wird diese in Gruppen aufgeteilt. "Das ist schon alles nicht ganz einfach - mal zur Verdeutlichung: ab Mittwoch haben wir in Plauen fast 60 Prozent der Schüler des BSZ wieder im Haus, im Oelsnitzer Schulteil sind es zwanzig Prozent und im Vergleich dazu in den Gymnasien der Region grade mal gut 12 Prozent", erzählt Palme von großen Anstrengungen, die strengen Auflagen des Infektionsschutzes umsetzen zu können.
Man wolle die Risikogruppen in der Lehrerschaft ebenso schützen, wie die Jugendlichen. Die Landesbehörde für Schule und Bildung (LaSuB) in Zwickau habe am Wochenende ausreichend entsprechende Infektionsschutz-Masken und Desinfektionsmittel an alle Schulen ausgereicht. Man habe zudem Aufsichten in den Pausen eingeführt, damit die Abstandsregelungen auch auf den Fluren und Toiletten eingehalten werden. Zudem gäbe es mit Fachleiter Jan Spranger auch einen Beauftragten für die Umsetzung des Infektionsschutzgesetzes am Hause. Ingo Eckardt