Lebensgeschichte von Sala und Otto

Liedermacher Stephan Krawczyk, ein Prophet aus dem eigenen Hause, die spottgierige "Funzel", eine Broadway-Company und der Schauspieler Christian Berkel sorgen in Bad Elster dafür, dass auch die kulturellen Knospen heftig sprießen.

Bad Elster - Der bekannte Liedermacher Stephan Krawczyk lädt am heutigen Dienstag zu einem besonderen Abend um 19.30 Uhr in das Theatercafé des König Albert Theaters Bad Elster ein. Krawczyk präsentiert in seinem Programm "Wenn die Wasser Balkon hätten" eine Auswahl aus seinem dreieinhalb Jahrzehnte währenden Schaffens. Der 1955 in Weida geborene Stephan Krawczyk war von 1978 bis 1983 Mitglied der DDR-Folk-Gruppe Liedehrlich. Mitte der 80er Jahre wurden dem Staat Krawczyks Liedtexte zu kritisch, er bekam erhebliche Schwierigkeiten und konnte nur noch in Kirchen auftreten. 1988 wurde er sogar verhaftet und in Haft isoliert und schließlich, dazu genötigt, abgeschoben. Krawczyk ist seither weiter als Liedermacher und Schriftsteller aktiv und lebt in Berlin-Neukölln. 
Am Donnerstag, 25. April, lädt der in Bad Elster lebende Prof. Dr. Martin Wachovius um 19.30 Uhr im Königlichen Kurhaus mit einem Vortrag in seinem Wohn- und Lebensort zum nachhaltigen Gedankenaustausch in der Nachbarschaft ein. Der Impulsvortrag versteht sich dabei gleichzeitig auch als ein Gesprächsangebot, passend zum "Internationalen Tag des Baumes" und zum "Welt-Pinguin-Tag". Der Eintritt ist frei.
Am Freitag, 26. April, präsentiert das Ensemblekabarett der Leipziger Funzel um 19.30 Uhr sein neues politisch-satirisches Programm "Freude schöner Spötterfunken" in der Regie von Peter Tepper im König Albert Theater. Um Spottes Willen! Was ist nur im antiken Olymp mit den alten Göttern los? Sie schütten sich aus vor Lachen! Ihre eigene Schöpfung, der Homo sapiens, der "weise, verständnisvolle und vernünftige Mensch", einst aus seinen Höhlen kriechend und endlich aufrecht gehend, sich die Natur untertan machend, ist seitdem unaufhörlich mit großem Eifer dabei, sich den Ast abzusägen, auf dem er selber sitzt. Sie hauen sich weiterhin auf die Köpfe. Sie lügen und betrügen nach wie vor einander und manchmal sogar sich selbst. Und sie scheffeln machtbesessen Besitz und Geld nach dem uralten Motto "Gier frisst Verstand". Und das alles ist oft so unglaublich komisch und grotesk, dass der Olymp vom Lachen der Götter bebt. Diese Veranstaltung ist bereits ausverkauft. 
Am Samstag, 27. April, öffnet sich im Rahmen des 9. Kunstfestes  19.30 Uhr der Vorhang für das Broadway-Musical "Company" von Stephen Sondheim im König Albert Theater. Es musizieren das Ensemble der Landesbühnen Sachsen und der Elbland Philharmonie Sachsen in einer Inszenierung von Sebastian Ritschel unter der Gesamtleitung von Hans-Peter Preu. Das preisgekrönte Musical "Company" von 1970, ein frühes Werk des überaus erfolgreichen Komponisten Stephen Sondheim, das mit seinen scharfzüngigen Dialogen an die Filme von Woody Allen erinnert, ist eine amerikanische Großstadtkomödie. Die humorvolle Show mit den bekannten Songs "Another Hundred People", "The Ladies Who Lunch" oder der Hymne "Being Alive" stellt im Zuge der Flower-Power-Bewegung das klassische Ehemodell zur Diskussion und philosophiert augenzwinkernd über die Vor- und Nachteile der freien Liebe. 
Am Sonntag, 28. April, lädt der beliebte Schauspieler Christian Berkel zum Abschluss des 9. Kunstfestes 19 Uhr zu einer Lesung aus seinem Debütroman "Der Apfelbaum" in das König Albert Theater ein. Seine Liebe zur Literatur und seine ganz eigene Familiengeschichte verschmelzen an diesem Theaterabend zu einem literarischen Ereignis. "Jahrelang bin ich vor meiner Geschichte davongelaufen. Für den Roman seiner Familie hat der Schauspieler Christian Berkel seinen Wurzeln nachgespürt. Er hat Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen unternommen. Entstanden ist ein großer Familienroman vor dem Hintergrund eines ganzen Jahrhunderts deutscher Geschichte, die Erzählung einer ungewöhnlichen Liebe. Er erzählt in seinem ersten Roman die Liebes- und Lebensgeschichte von Sala und Otto, die sich im Berlin der 30er-Jahre kennenlernen und dann in den Wirren der Hitler-Diktatur wieder verlieren. Zwischen Ascona, Berlin, Madrid, Paris, Leipzig, Moskau und Buenos Aires suchte Berkel in fast zehnjähriger Recherche nach den fehlenden Teilen des Puzzles seiner jüdisch-deutschen Herkunft.