Landschaften und Stadtbilder

Neu eröffnet wurde in der Galerie des Bundes Bildender Künstler Vogtland die Ausstellung von Lothar Stauch (BBKV) "Meine Landschaften und Stadtbilder".

Plauen  Stauch ist dem Verein vergangenes Jahr beigetreten und damit "jüngstes" Mitglied. Lothar Stauch lernte als Textilzeichner in Plauen und studierte an der Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg Textile Formgestaltung. Fast zwei Jahrzehnte bis 1993 arbeitete er als Textildesigner an der Falkensteiner Gardinenweberei, der "Falgard".
"Wir produzierten Stoffe für die DDR, für die Schweiz, für Schweden und Frankreich. Für gutes Design erhielt ich dann eine Auszeichnung vom Amt für Industrielle Formgestaltung. Bei Ikea sah ich später noch Muster von mir", gibt Stauch Auskunft. 1993 wurde die Falkensteiner Gardinenweberei geschlossen. Stauch arbeitete sich im Bereich Grafikdesign ein und ging dann zu einer Firma für Sonnenschutzrollos und Gardinenzubehör in Falkenstein.
Zum künstlerischen Werdegang gehörte seit 1983 die Arbeit im Förderstudio für Malerei und Grafik im Vogtland, das von Jürgen Adler geleitet wurde. Unter den etwa 15 Weggefährten waren Wolfgang Blechschmidt, Steffen Bauer und Günther Weiß.
Stauch: "Jürgen Adler war ein besonderer Lehrer. Er übte nie Druck aus und wollte auch nicht seine eigene Richtung durchsetzen. Er machte das ganz frei. Wir konnten ungezwungen arbeiten. Und Adler war ein guter Grafiker. Durch ihn kam ich zur Druckgrafik."
Ab 1988 beteiligte sich Stauch an Ausstellungen in Kirchen. Eine Gruppe der katholischen Kirche arbeitete systemkritisch die Verhältnisse auf. Ausgestellt wurde in Kirchen in Aue, Zwickau und Jena. Dem Vogtländer gefiel die offene Atmosphäre, in der sich viele interessante Gespräche ergaben.
Seine Bilder sind Landschaften und Stadtlandschaften. Das Vogtland kommt dabei selten ins Spiel. Quellen findet er in der Ferne, in Frankreich, Italien, im Baltikum und in Griechenland. Diese Inspirationen münden in emotional starken Bilder, klar strukturierte, expressiv-farbige Acrylgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken, meist Holzschnitte. Stauch: "Manche Sachen habe ich im Kopf, um Skizzen zu machen. Und das setze ich dann um. Ich arbeite viel aus der Erinnerung, selten auch nach Fotografien, eher Situationen, die ich auf Reisen verinnerlicht habe. Wenn es irgendwo besondere Formen oder Farblinien oder Sprachen gibt, die mich begeistern, nehme ich diese auf und komponiere daraus etwas Neues. Dabei ist mir ein Mensch, der da durchläuft, vollkommen unwichtig. Den lasse ich einfach weg. In den Häusern, in Architektur ist soviel vom Menschen, da brauche ich ihn nicht noch zu zeichnen." Andreas Rudloff

Der Beitrag ist ein gekürzter Vorabdruck aus dem Sammelband des BBKV "24 Ateliergespräche".
Die Ausstellung von Lothar Stauch in der Galerie des BBKV in Plauen, Bärenstraße 4, ist bis zum 29. Februar geöffnet, Freitag, 14 bis 18 Uhr, Samstag, 13 bis 17 Uhr. Zu sehen sind Werke auch im Vogtland-Theater.