Landrat-Vorschlag: Plauen behält eigenes Müll-Gebiet

Ein offener Brief vom Landrat zum Abfallwirtschaftssystem stößt bei Plauens Oberbürgermeister auf offene Ohren.

Plauen - Offene Ohren findet ein Offener Brief, der am Donnerstag Plauens Oberbürgermeister erreichte. Hierin heißt es: "In Abstimmung mit den Fraktionen des Kreistages schlage ich Ihnen vor zu prüfen, ob es im Interesse der Stadt und seiner Bürger ist, das bisherige Abfallwirtschaftssystem der Stadt Plauen beizubehalten. Dazu müsste durch die Stadt die dazugehörende Gebührenkalkulation (in der Regel für 5 Jahre) er-stellt werden (sicher unter Einschaltung eines externen Fachbüros). Infolge würde ein Gebührengebiet (für die Stadt Plauen) existieren und das bisherige für den Vogtlandkreis alt weiterbestehen, also zwei Gebührengebiete für den nächsten Kalkulationszeitraum von max. 5 Jahren.

Wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie uns zeitnah mitteilen, welchen Weg die Stadt Plauen bevorzugt. Sollte das eigene Gebührengebiet für die Stadt die Vorzugsvariante sein, müsste der Antrag zur Befassung im Kreistag mit der durch Plauen erarbeiteten Beschlussvorlage eingebracht werden." Anlass zum Offenen Brief gab die öffentliche Sitzung des Kreisausschusses am Dienstag, in der es auch um die Abfallgebührensatzung ging. Plauener hatte dort lautstark ihren Unmut kund getan. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer reagierte auf den Brief. Grundsätzlich begrüße er den Vorschlag, im Vogtland zwei Abfallwirtschaftssysteme und ebenso zwei Gebührengebiete beizubehalten. Damit bliebe in der Stadt Plauen das bewährte Entsorgungssystem erhalten.

"Ich werde dies im und mit dem Stadtrat diskutieren und ich gehe davon aus, dass dieser Vorschlag sowohl in der Bevölkerung als auch im Stadtrat breite Zustimmung finden wird", so Oberdorfer. Die Entsorgungsgebühren in der Stadt Plauen wurden im Jahr 2008, dem letzten Jahr vor Übergang der Zuständigkeit für die Abfallentsorgung an den Vogtlandkreis, der letzten Prüfung auf Kostendeckung unterzogen, das ist fünf Jahre her. Bei der Neukalkulation wird sich daher auch bei Beibehaltung des gewohnten und bewährten Entsorgungssystems in der Stadt Plauen eine Gebührenerhöhung nicht vermeiden lassen, begründet durch Tariferhöhungen, steigende Betriebskosten und insbesondere die enorm gestiegenen Kosten für die Restmüllverwertung", heißt es abschließend. mad