Landrat übergibt Schlüssel symbolisch

ReichenbachLandrat Tassilo Lenk übergab am Mittwoch symbolisch den Schlüssel für das teilsanierte Schulgebäude in der Dammsteinstraße an Schüler und Lehrer der Reichenbacher Lernförderschule. Der Lohn waren strahlende Kinderaugen und ein Ständchen des Schulchores, das Lenk mit "Ihr seid Klasse" lobte.

Rund 860 000 Euro sind in den vergangenen Monaten in die Sanierung der ehemaligen Datheschule geflossen. Dabei stand vor allem die brandschutztechnische Ertüchtigung des Gebäudes im Vordergrund. Daneben wurden auch Sanitär- und Elektroanlagen sowie Fußböden erneuert. Die Klassenräume erhielten Akustikdecken und neue Beleuchtung. Auch das Dach und die Giebelseiten hat man modernisiert. Und so konnte Schulleiterin Katrin Waldhelm berichten, dass "Schüler wie Lehrer von ihrer neuen Schule begeistert Besitz ergriffen haben".

Doch die Arbeiten müssen weitergehen. Deshalb forderte sie den Landkreis als Schulträger auf, die dringend notwendige energetische Sanierung des Gebäudes nicht aus den Augen zu verlieren. Rund 1,5 Millionen Euro werden noch für neue Fenster und eine Fassadenrenovierung benötigt. "Wir bleiben dran!", versprach der Landrat.

Neun Jahre sind seit Übernahme der Lernförderschule durch den Landkreis vergangen. Neun lange Jahre, in denen sich die Arbeits- und Lernbedingungen in der Cunsdorfer Pestalozzischule immer weiter verschlechterten. Einer Sanierung habe immer wieder die Ungewissheit im Wege gestanden, wagte der Landrat gestern einen Erklärungsversuch, ob die Schule in Zukunft Bestand haben werde. Deswegen habe der Kreistag mit einer Mittelfreigabe lange gezögert und empfohlen, die Schülerzahlentwicklung abzuwarten.

Schüler, Lehrer und Eltern wehrten sich verzweifelt, drohten zwischenzeitlich mit Streik und Demonstration und hielten die unzumutbaren Zustände auf einem Video fest. Als Retter in der Not entpuppte sich schließlich die Stadt Reichenbach. Sie empfahl einen Umzug in die leerstehende Datheschule, beantragte Fördermittel aus dem Programm "Stadtumbau Ost" und beteiligte sich mit 168.000 Euro an deren Sanierung.

Auch für die Finanzierung der noch benötigten 1,5 Millionen Euro hatte OB Kießling eine Lösung parat: Schulhausbaufördermittel zu beantragen, sei zwecklos, erklärte er und riet zum Anzapfen der Fördertöpfe für energetische Sanierung.

Die Frage nach einem Namen für die Reichenbacher Lernförderschule bleibt indes weiter ungeklärt. Während die Schulleitung für das Beibehalten von "Pestalozzischule" plädiert, meint OB Kießling, dieser Name gehöre seit seiner Errichtung 1912 dem Schulgebäude in Cunsdorf. Außerdem würde die Bezeichnung "Datheschule" und damit die Erinnerung an einen großen Sohn der Stadt verschwinden.