Lakota und Co. müssen warten

Falkner Hans-Peter Herrmann und seine Mitarbeiter können es kaum noch erwarten, dass sich die Türen zum neuen Areal öffnen dürfen. "Eigentlich sollte bereits am 1. April die erste Freiflugpräsentation stattfinden, aber Corona hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht", erklärt der Chef und Gründer der Falknerei.

Von Gabi Kertscher

Plauen Als im Herbst die Tore geschlossen wurden, begannen umfangreiche Arbeiten. Das neue Areal befindet sich nur wenige Meter vom ursprünglichen Flugfeld entfernt. Hans-Peter Herrmann hat kräftig investiert. Für 500.000 Euro entstanden unter anderem ein neues Kassenhaus mit Aufenthaltsraum und Naturkundeschulungsraum. Alles ist schon jetzt kuschlig warm, dank der Fußbodenheizung. "Wir warten nur noch auf grünes Licht." Im Schulungsraum können auf einem Monitor die brütenden Vögel beobachtet werden.
Die neue Zuchtanlage mit Freiflugmöglichkeit von über 1.000 Quadratmeter wurde bereits von einigen Vögeln in Besitz genommen. Hier sollen Adler, Käuze und Lachende Hans-Pärchen für Nachwuchs sorgen. Dieser Bereich wird für Zuschauer nicht offen sein. Vier große Volieren stehen bereits.
Käuzchen, der Himalaya-Geier Gabi und die Eisvögel "Lachender Hans" haben bereits ihr neues Domizil bezogen. Im Laufe der nächsten Jahre sollen siebzehn dieser Vogelanlagen gebaut werden. In sämtlichen Volieren ist ein Internetanschluss vorhanden. So können die Falkner über Handys bzw. in den Schulungsräumen die Vögel beobachtet.
Ein Gesteinsgarten mit einheimischen Findlingen rundet das Bild ab. Die Anlage soll später auch außerhalb der Flugvorführungen begehbar sein und wenn Veranstaltungen stattfinden, wird im neuen Kiosk ein kleiner Imbiss angeboten.
Sitzgelegenheiten unter dem Sonnensegel bieten Plätze für Gesprächsrunden. Ebenfalls auf dem Gelände der Falknerei wird das größte Vogelhaus für Singvögel weit und breit Platz finden. Mit einer Grundfläche von über zwei Quadratmetern wird für die kleinen Artgenossen der Greifvögel immer etwas angeboten.
Derzeit leben fast 50 Tiere in der Falknerei im Reißiger Gewerbering. Für 20 von ihnen haben Freunde der stolzen Tiere die Patenschaft übernommen. Auf der Homepage der Falknerei ist ein Spendenbaum zu sehen. Der darauf lebende Adler springt immer höher, bis er bei einer Spendensumme von 6.000 Euro sein Netz erreicht hat.
Die Falkner Hans-Peter Herrmann, Ralf Zierold sowie die Mitarbeiterin Nicole Thoß warten sehnlichst auf Gäste. "Wir könnten auch jetzt schon öffnen", so Herrmann. Platz sei ausreichend für die erforderlichen Sicherheitsabstände. Es gibt neue moderne Toilettenanlagen, die selbstverständlich mit Desinfektionsmitteln ausgerüstet sind. Die Betriebskosten sind sehr hoch und seit November kam kein Geld mehr rein. Wenn dann endlich die Anlage öffnet, erwartet die Gäste ein Falknerei-Erlebnis auf ganz hohem Niveau.
"Wir denken auch schon an Weihnachten", so der Falkner. In der 2. und 3. Dezemberwoche findet auf dem Gelände der Falknerei der 1. Vogtländische Winterzauber statt. Gemeinsam mit dem Waldhaus Reißig wird es einen Weihnachtsmarkt der besonderen Art geben. Musik, Licht und traditionelles Handwerk sollen im Mittelpunkt stehen.
Sie haben Großes vor, die Vier von der Falknerei in Reißig. "Es muss endlich losgehen", war von ihnen zu hören und Lakota, die Weißkopfseeadlerdame gab dem lautstark recht.