Lafers Samba-Bus tanzt durchs Vogtland

Die zweite Tagestour der 11. Sachsen-Classic führte die Teilnehmer ins Vogtland. Der Vogtland-Anzeiger nutzte die Gelegenheit, mit TV- und Sternekoch Johann Lafer in seinem VW T1-Samba-Bus mitfahren zu dürfen.

Bad Elster/Klingenthal - "Das ist der Wahnsinn, was hier los ist. Diese Herzlichkeit. Diese Begeisterung ist nicht zu toppen", zeigte sich Starkoch Johann Lafer entzückt. Gleichwohl ergänzte er nachdenklich und überzeugt: "Gut, dass ich kein Politiker bin. Fraglich, ob ich derartige Sympathie dann auch so spontan erleben würde." Egal, wo der Österreicher auftrifft, die Herzen schlagen ihm entgegen. "Klar ist das Fernsehen ein super Multiplikator: Aber dass die Leute mich nahezu lieben, haut mich um", war der 55-Jährige schon vom Eröffnungstag der Sachsen-Classic begeistert.

Nach der ersten Wertungsprüfung des zweiten Tages in Thanhof geht es Richtung Greiz. Selbst in Getreidefeldern sitzen die Schaulustigen, jubeln dem Tross zu. Lafer winkt zurück. Jeder Hobbyfotograf wird angehupt. Im Greizer Schlosspark präsentiert ihm Bürgermeister Gerd Grüner eine original Thüringer Rostbratwurst. Des Fachmanns Urteil lautet. "Schön kross angebraten, hervorragender Geschmack!" Er kommt kaum zum essen, er muss Autogramme schreiben, macht es gern. "Die haben ja alle meine Kochbücher", freut er sich, nicht auf irgendwelchen Pappdeckeln signieren zu müssen. Weiter lenkt der 1,83-Meter-Mann sein Auto gen Oelsnitz. Dabei setzt er seine 93 Kilo voll ein, denn der Samba hat keine Servolenkung.

Es geht über Natursteinpflaster. "Was ist das denn? Das kenne ich gar nicht mehr. Aber der Bus läuft wie Henne. Ein Genuss." Es bleibt Zeit, einen Blick in die Landschaft zu werfen. "Ein wenig wie zu Hause in der Steiermark. Bleibt zu hoffen, dass sich die Leute diese herrliche Natur so erhalten und Technik und Fortschritt auf diese abstimmen", bringt der Verfechter vor allem gesunden Schulessens und Nutzen von Naturprodukten seine Überzeugung zum Ausdruck. Auf Schloss Voigtsberg ist Reuths Bürgermeister Ulrich Lupart parat, auf dem Markt der in Tracht gekleidete Oelsnitzer OB Horn. "Sie haben doch Beziehungen! Wir zählen auf Sie!, ruft er dem Bus nach. In der Hoffnung, der Promikoch hilft ihm bei der Suche nach einem Schloss-Koch. Lafer ruft zurück: "Na klar, ich meld´ mich, gleich nächste Woche!" Ein Lächeln zu Beifahrer Sven-Oliver Kühn, Leiter VW-Nutzfahrzeuge, Abteilung Oldtimer. Dieser kommentiert: "Sachen gibt´s?!"

Anschließend zetert der Co auf dem Weg nach Bad Elster. "Mal nicht einen auf Hells-Driver machen!" Der Tacho verlässt auch auf kurvenreichem Kurs nicht die 80. Der Samba tanzt Samba. Ihn scheint es zu freuen. Stand er doch von 1981 bis 2008 nur in einer Garage in Berlin. "Eine ältere Frau, die selber keine Fahrerlaubnis besaß, hatte ihn einst gekauft, damit ihre Familie mit ihr Ausflüge macht", weiß Kühn. Bad Elster ist ein weiteres "Autogramm-Bad" in der Menge. Anschließend folgt "in der Prärie" ein Stopp außer der Reihe. Denn auch wenn nicht alle Startnummern der Promis bekannt waren. An ausgesuchten Standorten wurden sie per Fernglas geortet und dann begrüßt. So ließ es sich der Veranstalter seiner eigenen Stromburg-Classic dann auch nicht nehmen, bei einer Gruppe mit dem Schild "Lafer! Lichter! Lecker!" zu halten, um sich mit seinen Fans aufs Foto bannen zu lassen.

Das hätten auch gern sechs in Orange gekleidete Männer, die sich´s mit Klappstühlen gemütlich gemacht hatten. Doch die Absage "Warum schafft ihr nicht? Bleibt die Arbeit heut´ bezahlt liegen?" trifft ins Mark. Weitere Haltepunkte im "stets aufs Neue an die Heimat erinnernden reizvollen Vogtland" sind Markneukirchen, Zwota und Klingenthal. Und dort beweist Lafer erneut Schlagfertigkeit. Ein sehr gut genährter Mann tritt an den Bus und meint. "Hallo, koch doch wieder mal was Gescheites!" Und Lafer kontert: "Ess du wiedermal was Gescheites!" Das will der mehrfache Sterne-Koch auch als seine Botschaft verstanden wissen.