Kuhnert-Schneemann im Advent

Ein frostiger Geselle kommt ab 1. Dezember in die Weihnachtsstuben unserer Leser und macht dort ordentlich Dampf. Der Rauch-Schneemann aus der Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen begleitet unsere Adventskalendergeschichten. Jeden Tag ein Türchen, jeden Tag ein Schneemann zu gewinnen - gesponsert vom Hause Kuhnert.

Von Cornelia Henze

Rothenkirchen Was gibt es diesmal? Alljährlich geht diese Frage unserer Vogtland-Anzeiger-Redakteure an Frank Kuhnert und sein Team. Und jedesmal verschenkt der Chef 24 weihnachtliche Figuren, die sogar, sofern sie über Flügel verfügen, manchmal in unsere Redaktion und von dort zu unseren Lesern fliegen. Den Kuhnerts und ihren über 100 beschäftigten Frauen und Männern, den Drechslern, Tischlern, Holzmechanikern und Spielzeugmacherinnen sei Dank. Einmal gesagt werden muss, wie sehr wir uns jedes Jahr freuen über die kleinen Schätze vogtländisch-erzgebirgischer Holzkunst. Schon das Auspacken, Sortieren und Aufstellen der Figuren für kurze Zeit in unserer Vitrine lässt das Gefühl von Lichterglanz, Räucherkerzel und der Lust, ein Geschenk auszupacken, aufkommen. Und da ist natürlich der Wunsch, Freude zu bereiten: Unseren Lesern, die, wenn sie an der täglichen Adventskalenderfrage teilgenommen haben und aus dem Lostopf gezogen worden sind, eine Figur geschenkt bekommen. In vergangenen Jahren waren das Musikengel, Schneeflöckchen, die knuffigen Eulen und letztes Weihnachten das Pärchen "Finn & Fina", alle gefertigt in der Drechslerei Kuhnert. Weihnachten 2021 wird es etwas eisig, aber auch wieder wohlig warm: Der Rauch-Schneemann oder "Kuhnert-Schneemann", wie ihn der Hersteller nennt, ist ein Räuchermännel. 13 Zentimeter hoch, aus Massivholz gefertigt, weiß lasiert, aber so zart, dass die Struktur des Holzes durchschimmert, gehört die Figur seit 2007 ins Sortiment der Drechslerei.

 

Den sympathisch lächelnden Schneemann entworfen hat Simone Küffner, freiberuflich tätige Spielzeugdesignerin aus dem oberen Vogtland. Viele kuhnertsche Figuren tragen ihre Handschrift. Man denke da an den frechen Hasen Stupsi, die kecke Rauchschnecke, für die es sogar einen Designpreis gab, und auch das skandinavisch angehauchte Figurenpärchen Finn & Finja. "Die Ideen kommen fast alle aus dem Hause Kuhnert, oft auch von unseren Mitarbeitern", verrät Vertriebsleiterin Christiane Ivanov. Wurde eine Figur erst mal an der Drechselmaschine "geboren", erhält sie ihr Eigenleben, indem sie ständig weiterentwickelt wird. Und das über Jahre. So erging es auch dem Kuhnert-Schneemann, den es in seinem 14. Lebensjahr in rund 30 Variationen gibt. Der frostige Mann kommt mal als Angler, mal als Snowboardfahrer daher, er fährt Ski, trägt eine Laterne, wird mal mit einem Tannenbaum unterm Arm gesehen, mal mit nem Regenschirm, er ist Postbote und sogar Weihnachtsmann - und wenn er Lust hat, nimmt er seinen Koffer und verreist. Das aber nicht ohne Smartphone.
Die jüngsten Motive zeigen ihn, wie er dem Eisstockschießen fröhnt und wie er einen Bratapfel genüsslich schmaust. Eine Leckerei, die heuer in Ermangelung der Weihnachtsmärkte eher selten gibt. Auch die beliebten Wichteltage, an denen Kinder nach Herzenslust eines der vielen Kuhnert-Bastelsets zusammensetzen und -leimen konnten und sich ganze Familien am kleinen hauseigenen Weihnachtsmarkt bei Punsch und Glühwein trafen, all das, fällt natürlich im Coronajahr 2.0 wieder aus. Dennoch trübt dieses Manko nicht die Sammelleidenschaft einer Vielzahl der Kunden. Fällt Weihnachten in der Öffentlichkeit aus, so holt man sich die Gemütlichkeit eben ins eigene Heim. Ein Trend, der im zweiten Corona-Jahr eher noch zugenommen hat. "Es fällt auch auf, dass die Leute sich gerne beschenken, dass man in dieser Zeit mehr und öfter an andere denkt", so Christiane Ivanov.
Gerade die Stammkundschaft hole sich jedes Jahr die Neuheiten, um damit ihre Heerscharen an Schneeflöckchen, Eulen oder Schneemännern zu erweitern. Mit seinem gewinnenden Lächeln ist der Rauch-Schneemann nicht lange Single geblieben. Längst gibt es auch eine Schneefrau - und sogar Nachwuchs hat sich eingestellt.
Allesamt verkünden die Figuren mit Lächeln und Charme eine schöne, heile Welt. Für die erzgebirgischen Holzkunst-Hersteller ist sie das bisweilen ganz und gar nicht. Die Folgen des Wegbruchs der Weihnachtsmärkte, die Preissteigerung bei Sperrholz und Verpackungsmaterial wie Flocken und Papier sowie die Lieferengpässe bei Kartonagen haben auch die Kuhnerts zu spüren bekommen, wenngleich der Online-Handel vieles kompensieren konnte. Die eigenen Geschäfte in Zwota und Plauen, im Hauptbahnhof Leipzig und in Dresden können ja zum Glück und im Vergleich zur Adventszeit von vor einem Jahr offen bleiben. Trotzdem bleibt ein wenig Unmut, weil es mit dem eigenen Stand auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt nun wieder nichts wird.
Weil die Zeiten für jeden schwierig sind, hat die Drechslerei Kuhnert begonnen, eine kleine Dankeschön-Serie aufzulegen. Verschiedene Figuren halten ein Kärtchen mit der Aufschrift "Danke" in den Händen - vielleicht eine kleine Aufmerksamkeit für liebe, achtsame Menschen aus Familie, Freundeskreis, der Nachbarschaft. Und wer den ganzen Einschränkungen nur mit ein bisschen Humor begegnen kann, schmunzelt sicher über die Stupsi-Homeoffice-Edition.
Neu aufgestellt hat sich das Unternehmen übrigens auch digital: Im Onlineshop stößt man beim Stöbern auf über 1000 Kuhnert-Artikel und Marken bekannter Holzkunsthersteller aus dem Erzgebirge.
www.kuhnert.shop