Kürbitz: Herr des Hauses kauft Park

Der neue Eigentümer des Kürbitzer Herrenhauses kauft einen großen Teil des Rittergutsparks. Pächter ist er bereits. Im Weischlitzer Gemeinderat wurde darüber gestritten.

Weischlitz/Kürbitz - Der Ortschaftsrat hatte schon im Vorfeld dem Verkauf zugestimmt - wenn der Park öffentlich zugänglich bleibt und kein Zaun gebaut wird. Gemeinderat Ralf Reichmann beantragte am Montag die Aussetzung des Beschlusses. Ihm ging die Sache zu schnell. Er glaube nicht, dass das Grundstück öffentlich zugänglich bleibe. Und der Kaufpreis nach dem Bodenrichtwert von 49 Cent pro Quadratmeter erschien ihm deutlich zu gering. "Können wir uns als Gemeinde erlauben, die Grundstücke zu verschleudern?", fragte er. Rechtsaufsicht und ein Gutachter sollten prüfen.

Bürgermeister Steffen Raab erklärte, dass der Bodenrichtwert von einem Gutachterausschuss ermittelt wurde und die Kommunalaufsicht den Kaufvertrag prüfe. Auch sei ein Pachtinteressent über den geplanten Verkauf informiert worden, ebenso wie der Käufer, welcher kein Problem mit einem Pächter hätte. Altbürgermeister Uwe Müller beantragte, das Flurstück 218/1 nicht zu verkaufen. In seinen Augen sei es ein gutes Grundstück, könnte ein Baugrundstück werden, hier könnte möglicherweise ein Baulandpreis erzielt werden. Hauptamtsleiterin Antje Härtl erklärte, dass es derzeit kein Bauland ist, dazu erst die Satzung geändert werden müsste, da das Flurstück im Außenbereich liegt.

Der Antrag wurde abgelehnt, den Beschluss auszusetzen, der Antrag wurde angenommen, das Flurstück 218/1 aus dem Beschluss zu nehmen. Zum Verkauf äußerte sich in der Bürgerfragehalbstunde Uta Böddiker, Vorsitzende des Fördervereins Rittergut Kürbitz. "Warum wird der Rittergutspark überhaupt verkauft?", fragte sie. Ein Beschluss von 2011 lasse annehmen, dass der Park nicht zum Verkauf stehe. Es gebe vielleicht mehrere Kaufinteressenten, welche annahmen, dass man den Park nicht erwerben könnte. Außerdem sah sie einen Ladungsfehler zur Ortschafsratssitzung, in welcher der Kaufantrag besprochen wurde. Diese war zwar öffentlich, jedoch wurde in der Ladung nicht auf das Thema hingewiesen.

"Das Grundstück kostet die Gemeinde nichts, bringt Pacht, ist FFH- und Überschwemmungsgebiet. Warum veräußert die Gemeinde ein Grundstück mit so vielen Vorteilen zu so einem geringen Preis?", fragte sie erneut. Bürgermeister Steffen Raab argumentierte, dass ein Kaufantrag vorliege, dieser geprüft wurde und dem Verkauf zugestimmt wurde. Amtsvorgänger Uwe Müller: "Warum? Darum" und erklärte weiter, es gehöre zu den Rechten und Pflichten des Gemeinderates, solche Entscheidungen zu treffen. -er