Künstliche Intelligenz bald "Made in Vogtland"?

Plauen/Schöneck -  Das wäre ein spannender Fingerzeit für die Zukunft in der Region sein: "Wir brauchen ein Forschungszentrum zur künstlichen Intelligenz im Vogtland", sagte am Montag Landtagsmitglied Andreas Heinz, der auch Mitglied im Kuratorium des Projektes "Südwestsachsen Digital" (SWS) aktiv ist, am Rande einer Veranstaltung bei GK Software in Schöneck. Zurzeit gingen recht viele Digitalisierungsgelder in die Lausitz und für die Forschung zur künstlichen Intelligenz nach Dresden und Leipzig. "Der ländliche Raum ist aber wichtig und braucht eine bessere Verteilung von Forschungseinrichtungen. Ein KI-Zentrum im Vogtland, beispielswesie in der Elsteraue in Plauen, wäre ein wichtiges Zeichen für die Unternehmen und Fachkräfte in der Region", so Heinz. Wie schon den Bereich der künftigen Versorgung des ländlichen Raumes mit Medizinern, will Heinz auch das Thema der digitalen Forschung im Vogtland etablieren.
Der digitale Wandel betreffe Südwestsachsen mehr als andere Regionen, bemerkte in diesem Zusammenhang auch Oliver Schenk, Staatskanzleiminister in Dresden. Investitionen in Digitalisierung müssen jetzt erfolgen, um in Zukunft wirken zu können. "Industrie, Tourismus, Handel oder Gesundheitswesen werden ohne Digitalisierung nicht wettbewerbsfähig bleiben. Digitalisierung kann den Fachkräftemangel abmildern, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichern und Unternehmen den Anschluss an den Weltmarkt bieten", sagt Rainer Gläß, Gründer und Vorstandschef der einzigen vogtländischen börsennotierten Aktiengesellschaft, der Schönecker Firma GK Software. Der vogtländische Digital-Pionier ist zugleich Vorstandsvorsitzender von SWS Digital und freute sich sehr über den Besuch von Staatsminister Oliver Schenk.
Die Erfahrungen aus der Arbeit des Netzwerkes zeigen, dass es viele unterschiedliche Vorstellungen über Digitalisierung gibt. Viele Mittelständler arbeiten noch nicht an digitalen Geschäftsmodellerweiterungen. Ein weiteres Fazit: Die Firmen der Region kennen sich zu wenig. Es herrscht ein großer Bedarf an Vernetzung unter den Unternehmen sowie mit Schulen und Hochschulen. Genau hier will Andreas Heinz ansetzen. "Die KI-Forschung ist der heißeste Trend der Branche. Das Vogtland sollte hier ansetzen und Vorreiter sein. In digitalen Zeiten rücken wir im ländlichen Raum nah an die Ballungsräume heran - mit einer oft besseren Lebensqualität als in Großstädten. Das beweist der Erfolg von GK Software eindrücklich. Wenn es uns gelingt, einen Innovationskern zur künstlichen Intelligenz nun in die Region zu holen, haben wir einen Fuß in der Tür zur weiten Welt", sagt Heinz. Bis dahin ist es wohl aber noch ein Stück Weg.
"Südwestsachsen braucht erst einmal eine strukturierte digitale Standortpolitik", so Gläß. Das heißt aus seiner Sicht konkret: "In jeder Kommune braucht es einen strategisch arbeitenden Digitalisierungsmanager, schnelles Breitband, Digitalisierung aller Schulen, Umsetzung des Masterplans ‚Digitale Verwaltung Sachsen‘ und Sensibilisierung der Bürger für Datensicherheit." ie