Künstler sieht Vater und Sohn lieber hüllenlos

Vater und Sohn vorm Erich-Ohser-Haus haben ihre Hüllen fallen lassen. Fast drei Monate lang hatten die Kultfiguren ein gestricktes Sommeroutfit verpasst bekommen.

Plauen - Doch einen faden Beigeschmack hat die Strickaktion trotzdem. Kathrin Limmer und Silke Lohse nahmen ihre selbst gestrickten Kleider gestern nicht ganz freiwillig runter. Der Plauener Künstler der bekannten Plastik, Erik Seidel, habe darum gebeten. Zwar gehöre die Arbeit der Galerie, der Künstler hätte aber das Autorenrecht, so eine Mitarbeiterin des Erich-Ohser-Hauses.

Nun werde bereits darüber nachgedacht, im kommenden Jahr die beiden Figuren erneut mit einem gestrickten Outfit zu versehen. Die Kleider für Vater und Sohn waren Kathrin Limmers und Silke Lohses Beitrag für die Stadt-Aktion "verstrickt nochmal", die von der Schaustickerei Plauen, den Weberhäusern und der Designerin im Wilke-Haus initiiert wurde. Ihren Höhepunkt fand die Strickbewegung zur Nacht der Museen.

Neben der Plastik beim Vogtlandmuseum waren Lampen, Geländer, Bäume, Zäune und auch Pflanzkübel in der Innenstadt bunt verstrickt. Sogar eine Straßenbahn mit strickwütigen Frauen drehte ihre Runden. Das gerade die verstrickten Vater-und-Sohn-Figuren eine große Aufmerksamkeit erfuhren, hätten die beiden Strickerinnen nicht gedacht. Für die Aktion selbst hätten sie sich etwas mehr Initiative von einigen Plauenern gewünscht. Viele hätten durch die Aktion aber auch das Stricken neu oder wieder für sich entdeckt, bemerkt Kathrin Limmer positiv.

Der Vater mit seinem roten Strickpullover und der Sohn mit seinem blauen Pullover mit kleiner Deutschlandfahne auf dem Oberarm wurden während der Aktion gut bewacht. Trotzdem vergriffen sich gleich in der ersten Nacht Unbekannte an den beiden. Drei Mützen sind in der Zeit benötigt worden, die letzte muss jemand Fremdes gestrickt haben. "Die war nicht von uns", so Silke Lohse. Drei Tage hatten beide für die Kleider benötigt.

Die beiden Strickladies haben auch in Straßberg für Aufsehen gesorgt. Für das Firmenschild der Verlagsgemeinschaft für freie Lehrer haben sie eine XXL-Mütze in den Farben rot und weiß gestrickt. Diese hat einen Durchmesser von 4,60 Meter. Allein die Bommel habe die Größe eines Medizinballes. mar