Kritischer Blick zum Baumwipfel

Unter schwerer Last ächzen die Bäume im Winterwald. Vor allem in den Höhenlagen des Vogtlandes besteht derzeit erhöhte Schneebruchgefahr. Eigenverantwortung ist hier von allen Waldbesuchern gefordert. Wer mit Kind und Kegel zum Waldspaziergang aufbricht, sollte vorher einen kritischen Blick Richtung Baumwipfel wagen. Denn die Situation kann jederzeit umschlagen. "Es steht auf Messers Schneide. Noch hat es der momentane Regen vor allem in den Höhenlagen nicht geschafft, dass der Schnee von den tief verschneiten Bäumen rutscht. Manche neigen sich bereits bedrohlich. Das ist auch für Autofahrer nicht ungefährlich. Bleibt es mild und regnet weiter, kann der Schnee nach und nach abschmelzen. Wird es jedoch frostiger, Regen gefriert, wächst die Gefahr, dass Bäume brechen. Ich bin deshalb ständig im Kontakt mit unseren Revierförstern. Wir beobachten die Wettersituation mit kritischem Blick", erklärt auf Anfrage Hansi Lerche, die Leiterin des Forstbezirks Adorf. Wachsam vor Ort schaut auch Udo Lüttschwager in die Höhe. Der Leiter Staatsbetrieb Sachsenforst ist täglich auch mit seinen Hunden in den Wäldern des Forstbezirkes unterwegs. Heuer fehlt der Bodenfrost. Würde nun ein flotter Winterwind daher brausen, hätte er eine große Angriffsfläche in der Höhe bei den dick ummantelten Bäumen. "Dann besteht Gefahr, dass Bäume nicht brechen, sondern entwurzeln. Uns bleibt nur, die Situation weiter im Auge zu behalten. Leider können wir nicht das Orakel befragen", bleibt die Forstbezieksleiterin im Vertrauen. Quasi Gewehr bei Fuß stehen ihre Förster vor Ort und auch die Kameraden der Feuerwehren.