Kriminalität und Polizeiarbeit in der Grenzregion

Die Kreisdirektion der Staatspolizei Eger, das Casino Royal in Asch und ein Wirtshaus am bayrisch-tschechischen Grenzübergang sind einige der Schauplätze des Kriminalromans "Wilde Grenze", der sich tiefgründig mit dem Thema der Kriminalität und Polizeiarbeit in der Grenzregion befasst.

 

Bad Elster/Selb - Der Roman, der im fränkischen Raum schon eine große Beachtung gefunden hat, dürfte auf Grund der Thematik auch für die Leser aus dem Vogtland recht interessant sein. Die Autoren des Buches sind Rainer und Birgit König aus Selb. "Eigentlich bin ich selber nie ein Leser von Kriminalromanen gewesen", berichtet Rainer König. "Nachdem ich über gut 30 Jahre lang meinen Schülern das Analysieren von poetischen Texten vermittelt habe, wollte ich im Ruhestand endlich selbst etwas Produktives schaffen und habe mit dem Schreiben begonnen", berichtet der ehemalige Lehrer für Germanistik am Selber Gymnasium.

 

Interesse an dem Buchprojekt fand auch bald Tochter Birgit. 1979 in Selb geboren, wurde sie nach dem Abitur Zollbeamtin. Seit 2003 im Ermittlungsdienst tätig, unterstützte sie ihren Vater zunächst bei den kriminalistischen Plots sowie bei Recherchen und als Lektorin. "Aber schon bald begann ich selbst auch mit dem Schreiben, und nutzte die Möglichkeit, mein Hobby, die Kriminalistik, auf eine kreative Weise in den gemeinsamen Roman einfließen zu lassen", berichtet die junge Mutter, die inzwischen mit ihrem Mann und ihrer Tochter bei Frankfurt am Main wohnt. Das erste gemeinsame Werk von Vater und Tochter war der spannende Polit-Krimi "Wilder Mann", der 2008 erschien und von einer spektakulären Mordserie in der ehemaligen DDR und dem Thema der deutschen Teilung handelt. Nachdem die Grenzen zwischen Deutschland und Tschechien geöffnet wurden, fanden Rainer und Birgit König dafür ihren Stoff: Auch sechs Jahre nachdem die Grenzen geöffnet sind, passieren nicht nur harmlose Einkäufer und Waren die Grenze, auch Kriminelle haben die Vorteile der neuen Freizügigkeit für sich entdeckt.

Endlich beginnen auch die Polizeibehörden, sich Gedanken über die Zusammenarbeit zu machen. Ein grausiger Leichenfund auf einer Spazierfahrt durchs Grenzland bringt die Protagonisten des spannenden Falls erstmals zusammen, Jan Kral, den Selber Oberstudienrat und Kapitän Josef Bruckner, den unkonventionellen Chef der Kriminalpolizei Eger. Auf der Suche nach dem Täter eskalieren die Ereignisse: Die Enkelin eines deutschen Brauereibesitzers wird entführt und die Hinweise auf Geldwäsche, Menschenhandel und grenzüberschreitende Korruption verdichten sich. Schließlich wird ein junger Polizeileutnant ermordet. Rasch merken Kral und Brückner, die beiden "gemischten" Deutsch-Tschechen, dass sie sich aufeinander mehr verlassen können, als auf ihre Kollegen aus dem eigenen Land, denn dort ernten sie vielfach Spott und Misstrauen. Steffen Adler