Kraus gegen Windräder in touristischen Gebieten

Das Vogtland will stärker um Touristen werben und setzt dabei auf die Schönheit der Natur. Windräder gehören nicht zum Konzept.

Auerbach - Windräder sollten nach Ansicht des Tourismusverbandes Vogtland nur mit Rücksicht auf die Natur geplant werden. "Ich würde mir wünschen, dass touristische Räume naturbelassen bleiben", sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Dr. Andreas Kraus.

Der Tourismus werde als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger, dafür sei eine intakte Natur die Grundlage. Für Windräder sollten Standorte gefunden werden, wo der Wind auch gut sei, der Tourismus aber nicht beeinträchtigt werde, sagte Kraus. "Die schöne Natur des Vogtlandes sollte in touristischen Gebieten erhalten werden."

Zwischen Markneukirchen und Klingenthal erhitzt der von einer Energiegenossenschaft geplante Bau von Windrädern auf dem Hohen Brand die Gemüter. Das Gebiet auf der Gopplasgrüner Höhe ist bei Wanderern, Radfahrern und Skilangläufern beliebt. Kritiker fürchten eine Verschandelung der Natur und gesundheitliche Risiken.

Markneukirchens Hauptamtsleiter Volker Neef wies darauf hin, dass es auf der Fläche derzeit kein Baurecht für Windräder gebe. Es werde dafür und dagegen diskutiert, aber es gebe keine Entscheidung, betonte Neef.

Die Windräder hatte eine Bürger-Energiegenossenschaft in Markneukirchen vor mehr als einem Jahr ins Gespräch gebracht. Nach und nach formierte sich Widerstand. Auch etwas weiter in Bad Brambach gibt es Unmut - über mehrere Windräder, die direkt hinter der Grenze im benachbarten Tschechien gebaut wurden.

Das Vogtland will unter dem Motto "Sinfonie der Natur" verstärkt um Touristen werben und setzt dabei auf Landschaft, Musik und Familien. Bislang entfallen laut Kraus etwa sieben Prozent der Gästeübernachtungen in Sachsen auf die Region zwischen Bad Brambach und Reichenbach, die meisten davon auf Bad Elster.

Laut Regionalverband Sachsen des Bundesverbandes Windenergie steckt der Freistaat mit gut 850 Windkraftanlagen im Bundesvergleich noch in den Kinderschuhen bei der Nutzung dieser alternativen Energieart. Lediglich 0,2 Prozent der Landesfläche seien zur Nutzung von Windenergie ausgewiesen.

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