Kräuterhexe wirbt für Vogtland

Blut, Fleiß und Tränen gehören zu dem märchenhaften Projekt - Herzblut, Bienenfleiß und Freudentränen: Am 25. Juli erscheint der erste Teil von "Ella - eine Vogtlandsaga". Stefanie Hertel hat eine Hauptrolle in der Zeichentrickserie übernommen - und feiert Geburtstag genau an dem Tag.

Greiz/PlauenDie aus Oelsnitz stammende Sängerin und Moderatorin spricht und singt die Hauptfigur "Ella", ihr Vater Eberhard verkörpert die Rolle des alten Gastwirts Fürchtegott und die Vogtland Philharmonie spielt die Filmmusiken; auch die Grünbacher Folkloristen sind eingebunden.
Allein für die Figuren gib es 15 Sprecher und insgesamt dürften weit mehr als 100 Leute an dem Projekt beteiligt sein, für das ein Pressegespräch am Freitag in der Greizer Vogtlandhalle geworben hat:
Die Zeichentrickserie führt in das Vogtland des Jahres 1746: Zur Kulisse gehören Wälder und die Weiße Elster, Drachenhöhle und der Fürstenhof im Greizer Schloss. Und es geht um die Liebe (und deren Hindernisse) zwischen dem armen Bauernmädchen Ella und Hans, dem Sohn des Oberförsters.

 


Am 25. Juli wird der erste Teil der Saga veröffentlicht. "Auf Youtube, damit es jeder sehen kann", sagt Trickfilmzeichner Michel Hufenbach. Bis Jahresende strebt er nach eigenem Bekunden an, die anderen neun Teile der ersten Staffel folgen zu lassen, jeder ebenfalls zehn Minuten lang.
Wie Hufenbach erklärt, illustriert er gewissermaßen eine Art Hörspiel und orientiert sich dabei am historischen Animationsfilm. Er habe die Serie im Stil "Grafic Novel" umgesetzt, als Mischung zwischen bewegtem Scherenschnitt und einzeln gezeichneten Bildern nach Art der weltbekannten Disney-Trickfilme. "Doch nur zu zeichnen, würde zu lange dauern: Pro Arbeitstag könnte ich nur drei Sekunden Film schaffen - deshalb die Mischform der Techniken", sagt der Endzwanzigjährige mit Medien-Ausbildung an der Bauhaus-Uni Weimar und spricht von einem gänzlich handgemachten Produkt aus dem Vogtland.
Das Drehbuch stammt von Regisseurin Sabine Maria Schoeneich, einer Musiklehrerin aus der Nähe Hamburgs, die als Kind die Ferien bei den Großeltern in Greiz verbracht - und viel erfahren hat über die Bräuche, Mythen und Sagen des Vogtlands.
Sie bedankte sich am Freitag bei allen Akteuren, Mitstreitern und Helfern, die allesamt für einen Freundschaftspreis tätig seien. Der Rest sei Enthusiasmus. Das Land Thüringen fördert die Serie nach ihren Angaben mit 30.000 Euro.
Ein besonderes Lob (und einen extra großen Blumenstrauß mit Johanniskraut, Frauenmantel, Schafgarbe...) erhielt Musikstar Stefanie Hertel. Sie ist laut Schoeneich die Idealbesetzung der Ella und hat zudem extra ein Lied für den Film geschrieben - "Kräuterhexen": Hertel sang den Titel gleich und bekam Beifall wie auch die Grünbacher Folkloristen, die die (für den Film flott gemachte) Vogtlandhymne zu Gehör brachten.
Apropos: Die Vogtland Philharmonie hat die Filmmusik eingespielt. Laut Intendant Stefan Fraas verbindet sie Heimatgeschichte und lokale musikalische Einflüsse. So seien neu arrangierte Weisen von Hilmar Mückenberger und anderen zu hören, die vor 100 Jahren entstanden seien. "Und eigene Kompositionen. Wegen Corona hat dafür mehr Zeit als üblicherweise zur Verfügung gestanden. Im normalen Tagesgeschäft ist das nicht möglich", erklärte Fraas.
Nach seinen Worten ist das Orchester erfahren, was Filmmusiken anbetrifft - siehe die Reihe "Sounds of Hollywood". Aber die Herausforderung bei "Ella" sei neu gewesen. "Auch wir haben viel gelernt. Danke für die tolle Zusammenarbeit", sagte der Generalmusikdirektor. Uwe Faerber