Krach-Punk im stillen Kirchlein

Auerbach - "Laute Punk-Musik in Auerbachs Kulturkirchlein!" Wieder einmal ging in der Göltzschtalgalerie eine Hardcore-Fete über die Bühne. Und wieder einmal bebte und zitterte dabei der ehemalige Kirchenbau. Angetreten waren zu dem Vierfach-Konzert Bands aus dem Vogtland und dem Erzgebirge. Los ging es Punkt zwanzig Uhr. Jede Band spielte jeweils eine Stunde. Kurz nach Mitternacht herrschte im Haus dann wieder göttliche Ruhe.

Alle Fäden für das Punk-Spektakel liefen bei Mirko Gehrisch zusammen. Der 26-jährige Auerbacher BWL-Student hat an der ziemlich aggressiv wirkenden Musik einen Narren gefressen. "Viele junge Vogtländer stehen auf die lauten Klänge, es gibt in unserer Region jede Menge gute Punk-Bands", schwärmte Mirko. So wie "Intoxication Nu Rock" aus Auerbach waren die Bands "Dispotion" (Aue), "The voite of chaos" (Schönheide) und "Origin of Zed" (Hartenstein) angetreten, um die Krachnacht mit musikalischem Lärm zu füllen.

Als Zielgruppe lagen die jungen Wilden, also Punks und Freunde der ganz harten Klänge, im Visier der Künstler. Die jungen Kapellen absolvierten die laute Nacht mit jeder Menge Power. Die Auerbacher Band nutzte ihren Heimvorteil und brachte einen ganzen Schwung eigener Fans mit in den Saal. Außergewöhnlich bei den Auerbacher Jungs waren die guten Texte, die sogar akustisch noch verständlich über die Verstärker kamen. Die anderen Bands setzten dagegen auf höchste Lautstärke und vertuschten so gelegentlich die fehlende künstlerische Begabung.

Dem Publikum war dies jedoch egal. Die Jungs und Mädels tobten vor Freude durch den Saal. "Jede Musik hat ihre Berechtigung, Hardcore und Punk sind eben Lebensfreude einer bestimmten jugendlichen Szene", erklärte Krachnacht-Organisator Mirko. Von der technischen Seite gesehen war der Aufwand gigantisch. Licht- und Tonsäulen säumten den Bühnenrand, die Bands setzten auf perfektes Equipment. Dagegen hielt sich die Besucherzahl - etwa einhundert Leute - eher in Grenzen. "Wir haben einen schlechten Termin gemacht. Einen Tag nach Himmelfahrt, da liegen viele noch ziemlich fertig in ihren Betten", so die Begründung von Mirko.     HH