Kosten für Plauener Wende-Denkmal steigen

Plauen - Die Arbeiten zum Plauener Wende-Denkmal nähern sich der Zielgerade. Derzeit werden die einzelnen Bronze-Teile für die spätere Ummantelung der Kerze in einer Kunstgießerei im tschechischen Marienbad (Mariánské Lázne) gegossen. Eine heiße Angelegenheit. Die Gießflüssigkeit, die zu 90 Prozent aus Kupfer und zu zehn Prozent aus Zinn besteht, hat bei der Verarbeitung eine Temperatur von mehr als 1200 Grad.

Der Bronzemantel des Denkmals besteht aus mehreren Teilen. Bis spätestens Mitte August sollen alle gegossen sein, sagt Roman Pecher. Gestern hatte der Gießerei-Inhaber Besuch von Projektleiter Wolfgang Sachs und Künstler Peter Luban, der das Denkmal gestaltete. Beide schauten sich das Gießen der Bronzeteile aus nächster Nähe an und stießen anschließend mit den Worten "Auf das gelingen des Gusses" mit einem Glas Sekt an. Alles laufe nach Plan, sagt Pecher: "Bis jetzt ist alles gut." Nach rund 24 Stunden kann die Gießform zum ersten Mal geöffnet werden. Dann zeigt sich, ob gute Arbeit geleistet wurde. Noch immer hat das Material dann eine Temperatur von etwa 100 Grad. Die Bronze wirkt noch matt. Nach dem abstrahlen und abschleifen der Oberfläche, erweckt das Flachrelief zum leben und beginnt zu glänzen.

Die einzelnen Gussteile werden später in Plauen in einer Firma zusammengesetzt. Ende September soll der Aufbau am Tunnel beginnen. Zuvor wird der Platz leicht verändert und bekommt eine Pflasterung, um das Denkmal begehbar zu machen. Sitzmöglichkeiten direkt am Monument werde es nicht geben. In unmittelbare Nähe gebe es ausreichend Bänke, sagt Sachs. Für eine gebührende Präsentation des Denkmals muss auch eine Hecke weichen.

 

Am 7. Oktober soll das Denkmal für die friedliche Revolution eingeweiht und zum neuen Wahrzeichen der Stadt werden. "Wir sind voll bei den Vorbereitungen", sagt Sachs und meint damit die Planungen für das Vorprogramm in der St. Johanniskirche und die organisatorischen Dinge für die Einweihungszeremonie. Bereits zu 90 Prozent zugesagt hätte auch Sachsens Ministerpräsident und Schirmherr Stanislaw Tillich.

Spenden weiter möglich

Die Gesamtkosten für das Wende-Denkmal steigen, schätzt Sachs ein. "Durch Preiserhöhungen wird es doch etwas teurer." Die geplante Summe von rund 60 000 Euro könnte sich um etwa 3500 Euro nach oben korrigieren. Vor allem die Materialkosten hätten sich verteuert, so der Projektleiter. Auch wenn die Spendenbereitschaft in den letzten Wochen etwas nachgelassen habe, sind inzwischen 52 700 Euro auf den beiden Spendenkonten zusammen zu verbuchen. Aus einer Stiftung der Sparkasse Vogtland kam kürzlich der stolze Betrag von 5000 Euro dazu. Spenden sind jederzeit noch möglich, wirbt Wolfgang Sachs.