Kopfhaus bald mit Irrgarten

Das Kopfhaus am Albertplatz kennt in Plauen jeder. Das markante Gebäude versteht sich auch als Tor zur Innenstadt und Beginn der Einkaufsmeile. Aktuell ist das Wohn- und Geschäftshaus eingehüllt. Wenn Anfang Oktober die Hüllen fallen, wird ein neuer Hingucker die Stadt bereichern.

Plauen - Das Kopfhaus bekommt ein neues Gesicht verpasst. Der Plauener Apotheker Uwe Bauer hat das bekannte Gebäude vor über zehn Jahren von der WbG erworben und saniert die Immobilie schrittweise. Nun ist endlich auch die Fassade an der Reihe. Die Gestaltung der Gebäudehülle ist dem Geschäftsmann besonders wichtig. Schon immer war das auffällige Kopfhaus bei den Plauenern ein Wahrzeichen am Albertplatz. So soll es bleiben. "Ich habe für die Außengestaltung ein besonderes System gewollt", sagt Uwe Bauer.

An den Tisch hat sich der 48-Jährige dafür die Bauplanung Plauen geholt. Dessen Architekt Carsten Bauer erarbeitete den nun favorisierten Entwurf mit einer kryptisch anmutenden Struktur. Das neue Design wird die gestalterischen Besonderheiten des rund 25 Meter hohen Hauses noch deutlicher zur Geltung bringen. Dabei sei die Gestaltung kein Zufallsprodukt oder eine modische Erscheinung, wie Chefarchitekt Bernd Müller erklärt. Vielmehr ergebe sich die Idee durch die Aufgabe und die vorhandenen Strukturen. Uwe Bauer, Inhaber der Concordia Apotheke im Zwischenbau des Hochhauses, war vom Entwurf sofort begeistert. "Super, das gefällt mit. Das ist es", sagte er. Beim ersten Blick erinnert die Gestaltung etwas an einen Irrgarten. "Das wird ein Hingucker", ist sich Bernd Müller sicher und weiter: "Am 6. Oktober wird das Geschenk ausgepackt." Die Arbeiten für die neue Fassade laufen bereits seit Ende Juli.

Und nicht nur im Wortsinn könnte das Kopfhaus ein neuer Glanzpunkt am Albertplatz werden. Die Immobilie bekommt eine so genannte vorgehängte und hinterlüftete Fassade. Zwischen Dämmung und Verkleidung kann die Luft zirkulieren. Die optische Aufwertung garantieren Aluminiumplatten in zwei unterschiedlichen silbernen Metallic-Farben. Von einer flachen Gestaltung kann keine Rede sein. Denn je nach Sonneneinstrahlung entsteht mit den Alu-Platten ein 3D-Effekt an der Fassade und das Gebäude bekommt mehr Tiefe verliehen.

Diese Art der Gestaltung bringe viele Vorteile mit. Die Aluminiumverkleidung sei langlebig und pflegeleicht, da sich die Platten im Regen selbst reinigen. Die Sanierung des Kopfhauses ist eine kostspielige Angelegenheit. Allein für die derzeitigen Arbeiten an den Fenstern und der Fassade rechnet Uwe Bauer mit rund 300 000 Euro. Die Südseite des Hauses noch nicht eingerechnet. Die Wohnungen im Gebäude werden auch modernisiert und teilweise vergrößert. Hier will sich der 48-Jährige von Etage zu Etage arbeiten. Zunächst sollen acht Wohnungen zu künftig vier umgebaut werden. Zwischen 20 und 25 Wohnungen sind insgesamt geplant, so Bauer.

Das Kopfhaus ist ein absolutes Novum im Wohnhausbau. Entstanden ist es Ende der 1960er Jahre. Um die damaligen Vorgaben in der DDR zu erfüllen, griffen die Planer zu besonderen Mitteln. Sie stellten das Haus auf Stelzen. Der obere Plattenbau mit seinen fünf Etagen ist darauf gesetzt. Das Fundament gehört eigentlich gar nicht zum Haus. Der Clou: Hinter der großen blauen Fensterfront befinden sich die Keller des Hauses.