Konditor aus Greiz sprintet zum Titel

Bäckermeister Hubert Kollascheck aus Greiz mischt den Teig beruflich in Elsterberg. In seiner Freizeit mischt er ebenfalls vorne mit - bei Radrennen und das seit 40 Jahren. Am Wochenende wurde der 57-Jährige Dritter der Weltmeisterschaft und zum zehnten Mal Deutscher Meister. Man kann sagen: Der Erfolg schmeckt süß.

 

Das Ganze geschah am Sonntagmittag bei der 24. Weltmeisterschaft der Bäcker und Konditoren im Straßenrennen in der Seniorenklasse 3 (1949 bis 1958), die in Greiz stattfand gemeinsam mit der 23. Deutschen Meisterschaft der radelnden Bäcker.

28 Starter zählte das Feld, in dem der 57-jährige Kollascheck startete. Zu absolvieren waren fünf Runden, jede elf Kilometer lang - davon vier Kilometer auf sächsisch-vogtländischem Gebiet. "Eine anspruchsvolle Strecke", sagt Kollascheck, "weil es kaum eine Erholungsphase gab und der Wind im Göltzschtal kräftig blies".

Vom Start in der Irchwitzer Straße ging es hinauf in den Greizer Ortsteil, dann wurden Thalbach und Reinsdorf durchfahren. "Das Echo runter hatten wir fast 70 Stundenkilometer drauf und keinen Blick übrig auf die nahe Göltzschtalbrücke. Denn am Ende des Berges warteten noch die Links/Rechts-Kurven, da musste man ganz schön abbremsen", sagt Hubert Kollascheck.

Relativ flach ging es dann an der Kläranlage, der Schwarzhammermühle, dem Gasthof Waldfrieden und der ehemaligen Papierfabrik in Greiz vorbei. Am Ende des Papiermühlenweges wartete der Irchwitzer Berg, eine Art Scharfrichter mit bis zu 16 Prozent Steigung. An deren Ende, in Höhe der Sportschule, war das Ziel. Viermal war das zu passieren und am Ortseingang von Irchwitz kam eine zehnprozentige Steigung. "Das war hart und gemein."

Kollascheck, der Schweizer Lindner und Gutierrez aus Frankreich bestimmten das Rennen. "Aber in Runde drei konnte ich den Schweizer nicht mehr halten. Und der Franzose wollte keine Führungsarbeit übernehmen, der fuhr nur bei mir im Windschatten." So ging es bis zum Ziel. Ausreißer Lindner siegte und der "ausgeruhte" Guttierrez gewann den Zielsprint gegen Kollascheck. Doch Kollascheck war trotzdem mit dem Rennausgang zufrieden: "Dass sich einer nur ausruht und am Ende vorbeispringt, damit muss man leben, das passiert im Radsport immer wieder mal und ist leider legitim."

Mit zwei Getränkeflaschen sei er ausgekommen, gut eineinhalb Stunden war der seit 1996 in Elsterberg bei René Fröbisch arbeitende Bäckermeister Hubert Kollascheck unterwegs. "Ich würde alles wieder so tun", sagt er und bedankt sich bei allen, die ihn unterstützt haben und das Rennen ins Vogtland geholt haben.