Komfortables Wohnen im alten Kürbitzer Herrenhaus

Familie Walther ist der neue Besitzer des Rittergutes Kürbitz. Nun lud sie zum "Tag der offenen Tür" ein. Der Bürgermeister freut sich.

Weischlitz/Kürbitz - "So einen Tag habe ich mir von der Familie Walther gewünscht", sagt Weischlitz' Bürgermeister Steffen Raab: Die Erleichterung, die Verantwortung für das Gebäude abgeben zu können, ist ihm anzusehen. Noch größer ist die Freude, das zu bestaunen, was daraus geworden ist.

Ende 2012 kaufte Familie Walther aus Reichenbach das Herrenhaus neben der Kirche - die ein großes Stück Geschichte in sich trägt. Bis 1945 hat hier nur eine Familie gelebt. Joachim Freiherr von Feilitzsch, der am Freitag ebenfalls vor Ort war, hat dort seine Kindheit verbracht. Seine Familie wurde vertrieben und das alte Gut wurde andersweitig genutzt - bis das Dachgeschoss vor Jahren lichterloh brannte. Seither stand das denkmalgeschützte Haus leer. Immer wieder bereitete die Erhaltung der Gemeinde Sorgen, konnte aber Dank Fördermitteln notgesichert und über die Jahre gebracht werden. Ein Kauf durch einen Interessenten im vorigen Jahr wurde seitens einiger Weischlitzer Gemeinderäte abgeschmettert, bis Klaus Walther und seine Frau Interesse bekundeten.

Das Ehepaar hat Erfahrung bei Hausverwaltung und Vermietung. Es schlug vor, das Gut zu sanieren und hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Seitdem sind einige Monate vergangen. Restaurator und Architekten gingen ein und aus. Einige Hürden galt es, zu nehmen. Denkmalschutzbehörde und Architekturbüro standen in regem Kontakt. Eine Fertigstellung naht. Am Freitag luden die Walthers zu einem Tag der offenen Tür. Gäste und neugierige Kürbitzer versammelten sich im Hof des Rittergut. Landrat, Bürgermeister, Vertreter der Familie von Feilitzsch sowie am Bau Beteiligte waren dabei. Begrüßt wurde von allen Rednern die Entscheidung der Gemeinde sowie die engagierte Umsetzung durch die Bauherren.

Vier Wohnungen mit hochwertiger Ausstattung gibt es. Vor Einzug sollte die Öffentlichkeit die Möglichkeit haben, sich anzuschauen, was aus den historischen Mauern gewachsen ist. Jede Etage erzählt eine kleine Geschichte. Glänzt durch Feinheiten und Schätze, die in die Sanierung integriert wurden. Alte Mauerstücke, wunderschöne Deckengestaltung, Balken, Steine und vieles mehr gibt der hochmodernen Ausstattung einen besonderen Charme.

Der Plauener Restaurator Müller glüht förmlich, wenn er von der Arbeit im Haus spricht. Das Dachgeschoss ist neu aufgebaut, die erste Etage weitestgehend auch, ein Anbau schafft mehr Platz für Küche und Bad, das Erdgeschoss steht noch an, wird aus bautechnischen Gründen eher als Ferienwohnung Verwendung finden. Eine Wohnung ist vermietet, zwei reserviert. Gläserne Giebel, bunte Decke im Schlafzimmer, Holzdecken mit riesigen Balken im Wohnzimmer, Steine in der Küche - wer hier mal wohnt, wird merken: Hier kommen die Geschichten aus den Wänden.