Kölner will leere Häuser in Plauen wiederbeleben

Plauen - Mit dem Projekt "Kunstruine" will ein Kölner in Plauen leer stehende Häuser wiederbeleben. Noch steckt das Vorhaben aber in den Kinderschuhen.

 

Die Fassade verschmutzt, einige Fensterscheiben eingeworfen, alle Wohnungen seit Jahren leer. Eine ganz normale Beschreibung vieler Häuser in Plauen. Sie stehen oft zwischen schön sanierten Gebäuden und warten auf eine bessere Zeit. Nicht abwarten sondern handeln möchte Sirko Polster. Er hat die Vision, einigen alten Häusern wieder Leben einzuhauchen.

Der gebürtige Plauener ist in Leipzig aufgewachsen und wohnt seit fünf Jahren in Köln. Seine Großeltern wohnen in Plauen auf der Heubnerstraße. Hier sei das Stadtproblem besonders spürbar, sagt der 33-Jährige dem Vogtland-Anzeiger. "Das ganze Quartier geht den Bach runter. Es fällt auf, die vielen leeren Häuser. Ich dachte mir, wie kann man das drehen."

Geht es nach seinen Vorstellungen, könnten zehn nicht genutzte Immobilien in einem Plauener "Problemviertel" Künstlern für eine gewisse Zeit zur Verfügung gestellt werden. Auch ein größeres Fabrikgebäude könne es sein. Die Künstler können den Platz dann frei für ihre Arbeiten und Projekte nutzen, meint Polster und denkt an Ausstellungen, Werkstätten und Ateliers. Eine Jury würde zuvor über die Belegung entscheiden. Als Schirmherr sollte ein bekannter Künstler gewonnen werden. Angesprochen seien auch nicht nur kreative Menschen aus dem Vogtland. Künstler aus allen Städten Deutschlands sollen sich an dem Projekt in Plauen beteiligen und bundesweit für die Aktion werben, so die Vision des Kölners. Mit Unterstützung der Stadt, den Hauseigentümern und Sponsoren könnte das Vorhaben finanziert werden, meint Polster. Höhepunkt des Kunstprojektes wäre ein mehrtägiges Festival mit Konzerten und Aktionen.

Dem 33-Jährigen geht es dabei vor allem um die Stadtentwicklung. Er könnte das Projekt auch in Leipzig oder Köln machen, sagt er. Da Plauen dem Kölner aber am Herzen liegt und die "Provinz" auch seinen Scharm hat, versucht er es hier. "Leipzig überlebt auch so." Mit Kunst an sich hat Polster übrigens gar nichts am Hut, aber es sei eine Möglichkeit, die Häuser wieder zu beleben. Derzeit ist das Kunstprojekt noch in der Findungsphase. Als nächster Schritt soll ein ausführliches Konzept erarbeitet werden, um das Vorhaben besser Partnern, Sponsoren und Interessierten zu präsentieren. Gespräche mit Künstlern, der Stadt oder zuständigen Behörden gab es noch nicht. "Wir sammeln derzeit Ideen und stehen noch total am Anfang." Auch müsse geprüft werden, ob es Fördermittel gibt.

Erstmals öffentlich hat er seine Idee Mitte September mit der Seite "Kunstruine" auf der Internetplattform Facebook gemacht. Hier wird seitdem intensiv darüber diskutiert. Bereits 200 Menschen sind Fan des Projektes, darunter auch Künstler und Aussteller aus Plauen.    mar