Klinikum Obergöltzsch will digitale Akten

Rodewisch - Das Patienten-Akten-Archiv des Klinikums Obergöltzsch platzt buchstäblich aus allen Nähten. Trotz Erweiterung der räumlichen Kapazitäten unter der Nutzung von Räumen im neu gebauten Gesundheitszentrum wird man in den nächsten Jahren unweigerlich an Grenzen stoßen, beschreibt Verwaltungsdirektorin Beate Liebold das gegenwärtige Szenario.

Eine konventionelle Erweiterung der Kapazität hält sie vor der Tatsache, dass die Dokumentationspflicht in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird, für unwirtschaftlich. Deshalb will man am Klinikum Obergöltzsch Rodewisch schrittweise die digitale Patientenakte einführen. Neben der Möglichkeit einen weiteren Neubau zu vermeiden, sieht Liebold den Vorteil in der Verfügbarkeit der Akten. Während eine Papierakte zur gleichen Zeit nur ein Arzt benutzen kann, kann eine digitale Akte von vielen an unterschiedlichen Arbeitsplätzen gleichzeitig erfolgen.

Weitere Vorteile sieht man in der Erhöhung der Patientensicherheit, weil beispielsweise unleserliche, handschriftliche Notizen wegfallen. Die Dokumentationsqualität werde erhöht. Zudem werde durch den Wegfall des Aktentransports und der Aus- und Abgabe der Akten, Arbeitszeit gespart. Weitere Bereiche wie Inventar-, Material- und Arzneimittelbestellungen und Geräteortungen könnten profitierten.

Für die schrittweise Einführung der digitalen Patientenakte, seien aber eine Menge Voraussetzungen notwendig. Computersysteme mit voneinander unabhängigen Servern, so dass einem Ausfall vorgebeugt werden kann, ein flächendeckendes WLAN-Netz, das mindestens 30.000 Quadratmeter ausleuchtet, entsprechende Laptops oder Tablet-PCs für das Personal und eine umfassende Schulung aller Mitarbeiter.

Parallel muss das einscannen der bisherigen Papier-Akten und mitgebrachter Unterlagen organisiert werden, sagt Liebold. Für die schrittweise Umsetzung des Vorhabens hat das Klinikum 275.000 Euro veranschlagt. Die Summe beinhaltet die IT-Ausstattung, die Gebäudetechnik und die WLAN-Ausstattung mit Sicherheitstechnik. Ein entsprechendes Konzept wurde am Montagabend im Krankenhausausschuss des Kreistages bestätigt und beschlossen. pdk