Klinikum mit Herz

Vor genau 130 Jahren wurde das erste Krankenhaus der Stadt Plauen eröffnet. Für die heutige Klinikleitung des Helios Vogtland-Klinikums Plauen ein Grund, zum Feiern.

Von Gabi Kertscher

Plauen Über die geschichtliche Entwicklung von der Badestube, den Hospitälern St. Elisabeth und St. Johannes bis hin zu einer der fünf modernsten Einrichtungen in Sachsen sprach während der Festveranstaltung gestern Prof. Dr. med. Georg-Michael Fleischer. Der Chirurg wirkte ab 1986 viele Jahre im Plauener Krankenhaus Chefarzt. Er berichtete über die ersten Häuser auf dem Grund des König Albert Hains. Die schweren Zeiten während der Weltkriege und die DDR-Zeit, "in der nicht alles schlecht war" wurden beleuchtet. "Alle Mitarbeiter im Gesundheitsministerium waren Mediziner, ganz anders als heute." Fleischer hat miterlebt, wie der erste Computertomograph 1990 eingebaut wurde und wie das in der DDR begonnene Bettenhaus fertiggestellt und wieder abgerissen wurde. Mit der Privatisierung 2003 zum Humaine-Vogtland-Klinikum war der Mediziner nicht einverstanden, erklärte aber gleichzeitig, dass ohne diese das heutige Helios Vogtland-Klinikum nicht so gut dastehen würde. "Eine Stadt Plauen hätte das finanziell unmöglich schaffen können."
Bürgermeister Steffen Zenner lobte das Engagement der Beschäftigten im Helios Klinikum und dass es ein wichtiger Entscheidungspunkt für junge Leute sei, ins Vogtland zu kommen. Er nannte das Klinikum als eines mit Herz und Verstand, das als Seele der Stadt Plauen bezeichnet werden kann. Der Ärztliche Direktor Dr. med. Oliver Schilling berichtete von den Vorgaben, die die Politik immer wieder stellt und somit neue Aufgaben erschwert. Es sei nicht förderlich, Krankenhäuser als Konkurrenten darzustellen und in rechnerischen Studien von Schließungen zu reden. Das Helios Vogtland-Klinikum Plauen ist bestrebt mit anderen Einrichtungen zusammenzuarbeiten. So sei eine Kooperation mit dem Klinikum Obergöltzsch Rodewisch im Gespräch. "Es muss umgedacht werden, für die Patienten - mit allen Mitteln." In ihrer kurzen Rede erinnerte Pflegedienstleiterin Cornelia Bremer-Trautner an die Zeit, als die ersten Krankenhäuser eröffnet wurden. Die Struktur habe sich oft verändert, genauso, wie die Politik. Eins aber bliebe gleich: "Die medizinische Versorgung der Patienten und das Ziel zufriedene Patienten zu haben."