Klinikum hat viel vor

Ein großes Paket an Wünschen nahm gestern Sozialministerin Barbara Klepsch vom Helios Vogtland-Klinikum in Plauen mit in die Landeshauptstadt. Dabei geht es um den Neubau eines künftigen Bildungszentrums für Pflegeberufe und die dringende Erweiterung der Rettungsstelle - bis hin zum integrierten Notfallzentrum.

Von Marjon Thümmel

Plauen - Über Pflegennotstand kann man immer wieder reden oder etwas dagegen tun. Letztes hat sich das Helios Vogtland-Klinikum auf die Fahnen geschrieben, das bereits seit Jahrzehnten Gesundheits- und Krankenpfleger ausbildet. So manch einer erinnert sich gewiss noch an die ehemalige Schwesternschule, in der übrigens schon eine wie aktuell wieder geforderte Fachschulausbildung erfolgte. "Ab 2020 wird die jetzige Bildungsstätte für Krankenpflegeberufe zu einer Pflegefachschule", bekräftigte Jonny Bloch als Leiter des Ausbildungszentrums, das sich an der Röntgenstraße 6 oberhalb des Dialysezentrums befindet. Als zweite Schule gibt es - in dualer Ausbildung - die für künftige Operationstechnische Assistenten (OTA). Und ab 30. September kommt noch eine dritte Schule, die für Anästisietechnische Assistenz (ATA), hinzu. "Offizielle Einweihung ist am 31. August", verrät der Ausbildungsleiter. "Ab Herbst werden 165 Azubis insgesamt in allen drei Schulen, einschließlich der 60 Neuen - 20 OTA und 14 ATA - lernen." Sechs Lehrerinnen, zwei praktische Ausbildungsleiter und zwei Schulleiter gehören zu Blochs Team. "Die Prognosen für 2012 besagen, dass wir 2021 aber 260 Azubis haben werden. Das bedeutet, dass uns 150 Ausbildungsplätze fehlen werden, 60 für Pflegehelferinnen und 90 für die Pflegefachfrauen und -männer. Für letztere benötigen wir aber auch die entsprechenen Übungsräume. Wir sind die einzige Krankenpflegeschule bis Zwickau und Hof", erklärt Bloch und auch, dass das Helios Vogtand-Klinikum gerne ein komplexes Bildungszentrum errichten würde. "Für die Investitionen im zweistelligen Millionenbereich brauchen wir die Unterstützung der Freistaates. Und das haben wir Ministerin Klepsch ans Herz gelegt. Und sie stand unserem Wunsch ganz aufgeschlossen gegenüber", hofft Bloch nun auf die Unterstützung. "Bei der Pflegeausbildung kommen wir in Plauen an die Kapazitätsgrenze. Aber wir brauchen mehr ausgebildete Pflegekräfte. Deshalb stehe ich hinter der Forderung einer räumlichen Veränderung, um mehr Platz zu schaffen", sagte Klepsch. Schon jetzt ist die Pflege die größte Berufsgruppe am Vogtland-Klinikum. Neben Ausbildung geht es aber auch immer mehr um Fort- und Weiterbildung. Ein freies Grundstück im Besitz des Klinikums gebe es.
 Das zweite große Thema mit der Ministerin war gestern die Zentrale Notfallaufnahme. "Wir sind in unserer Rettungsstelle mit Notfallärzten und dem Zugriff auf 18 Fachbereiche im gesamten Klinikum toll aufgestellt", sagte Oliver Schilling als Ärztlicher Direktor. "Unser größtes Problem ist aber: wir können alles, sind jedoch komplett zu klein. Als die Rettungsstelle 2007 gebaut wurde, war sie auf 18 000 Patienten jährlich ausgelegt. Zwar haben wir schon vor fünf Jahren nach unseren Möglichkeiten etwas angepasst, aber mit 30 000 Patienten im Jahr ist unsere Rettungsstelle selbst ein Notfall. Wir wollen sie vor Ort erweitern und brauchen dazu Hilfe vom Freistaat", betont Dr. Schilling "und die möglichst sofort". Im Februar 2018 sei bereits ein Antrag in Dresden gestellt worden, "nur fehlt uns bislang die Antwort der Ministerin. Sie wolle sich dem jetzt aber annehmen, versprach sie. Es geht um rund 7,5 Millionen Euro", so Dr. Schilling. Inzwischen gibt es mit dem Entwurf zur Reform der Notfallversorgung von Bundesminister Jens Spahn vor wenigen Tagen die Forderung nach integrierten Notfallzentren (INZ). In diesen werden die Patienten die zentrale Anlaufstelle finden, und an einem gemeinsamen Tresen mit der Portalpraxis für den Bereitschaftsarzt oder die Notaufnahme aufgenommen. "Diese Portalpraxen sind für Herbst 2020 vorgesehen. Und wenn wir schon neu bauen, wollen wir gern diese zentrale Notfallaufnahme schaffen", so der Ärztliche Direktor: "Natürlich wollen wir in erster Linie aber die Rettungsstelle vergrößern und die Abläufe verbessern. Um den Anforderungen gerecht zu werden, brauchen wir dort auch Überwachungsbetten."
 Zufrieden zeigte sich CDU-Landtagsabgeordneter Frank Heidan über das Gespräch mit der Sozialministerin, auf das er schon lange gewartet hat. Immerhin habe sie die Wünsche aus Plauen gehört und ihr Bestes für die Erfüllung versprochen.