Klingenthals Bürgermeister provoziert Rat

Zur Ratssitzung am Mittwoch, die von Bräunigs Stellvertreter Gerhard Nöbel geleitet wurde, sorgte Bräunig aus der Urlaubsferne für Unmut. Stadtrat Thomas Ungethüm (BIK) verlas einen Brief Bräunigs, den dieser in Facebook eingestellt hatte: Darin äußert er sich zu den zwei Möglichkeiten des Zusammengehens mit Zwota: Nur eine Eingliederung, sprich: Eingemeindung, sei vernünftig, da diese nichts koste und beiden Kommunen bis zu 1,3 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren bringe.

Eine Verschmelzung, sprich: Einheitsgemeinde, würde hingegen bis zu 2,5 Millionen Euro kosten. "Also liebe Zwotaer, kommt zu uns und wir profitieren gemeinsam davon (Eingliederungsvertrag existiert schon im Entwurf). Liebe Klingenthaler, lasst Euch von unseren Stadträten keine Märchen auftischen, die glänzen in der Hauptsachse mit nichtwissen. Positive Ausnahme ist der Verein Pro Klingenthal, die haben verstanden, worum es geht", schreibt Bräunig wörtlich.

Das Lob wurde vom Vorsitzenden Carsten Förster umgehend relativiert. Bereits am 24. Juli habe man sich auf der Internetseite des Vereins zu der Frage positioniert. Ehe man sich für die eine oder andere Variante entscheide, wolle man Experten und ebenso die Bürger hören. Deren Wohl stehe im Mittelpunkt.

Mehreren Stadträten war die Zahl von 2,5 Millionen suspekt, die sie durch nichts unterlegt sahen. Thomas Meisel (CDU) fühlte sich brüskiert und meinte, dass das Wohl der Stadt Vorrang vor persönlichen Interessen und Personalfragen haben müsse. Dies sei auch persönliche Meinung, sagte Gerhard Nöbel und Klaus Grimm (Freie Wähler) folgerte, hier werde eine Entscheidung des Stadtrats durch den Bürgermeister provoziert.

Thomas Ungethüm ergänzte, dass ein Zusammenschluss wegen auslaufender Förderung nur noch dieses Jahr und aus seiner Sicht nur auf Augenhöhe, also Fusion, sinnvoll sei. Andreas Günnel (CDU) ließ den Deckel auf dem Topf und erklärte, dass ja zunächst einmal Zwota seine Hausaufgaben machen müsse und wenn es ein Zusammengehen wünscht, einen Antrag hierfür zu stellen, den er spätestens für Ende September erwartet. Erst dann sei die Zeit für Klingenthal, zu entscheiden, sagte er.