Klimaschutz im Vogtland auf dem Vormarsch

Man stelle sich vor, mit dem Handy ruft man eine bestimmte Nummer an und der Weg, den man in der Dunkelheit geht, wird nach dem Anruf von der Straßenbeleuchtung erhellt. Geht nicht? Geht doch. In Morgenröte-Rautenkranz spart man Energie, indem die Straßenlaternen abends "aus" sind, außer man "schaltet" diese per Mobiltelefon ein.

Mit diesem simplen Beispiel schildert Uwe Hergert die ideenreichen energetischen Aktivitäten, die nach und nach im Vogtland greifen. Seit einem Jahr ist Uwe Hergert Projektleiter des Vogtlandkreises für regionalen Klimaschutz. Hergert ist zuständig für das Energiekonzept Vogtland, welches mit der hiesigen Wirtschaft, der Stadt Plauen und den Kommunen des Landkreises erarbeitet und umgesetzt wird.

"Wir wollen die Kommunen, Firmen, Projekte, Macher und auch die Bevölkerung nicht gängeln, wir wollen sie unterstützen und informieren", sagt Tobias Pohl, Leiter des Amtes für Umwelt und Bauordnung. Bei einem ersten Treffen von Wirtschaft, Institutionen und Ideengebern aus der Region wie die Energieberatung der Industrie- und Handelskammer (IHK), mehreren Planungsbüros, dem Klimaschutzverein Vogtland, dem regionalen Planungsverband, der Sächsischen Energieagentur und weiteren Partnern wurde am Dienstag eine erste Bilanz zum Energiekonzept gezogen. 38 Projekte sind bisher im Vogtlandkreis auf den Weg gebracht worden, informierte Hergert, wie in den Bereichen Energieeffizienz (Verbrauch, Gebäude, Einsparpotenziale), Biomasse, Biogas, erneuerbare Energie und Verkehrsemission. Derzeit würden in der Region etwa 8 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen, so Pohl.

Einige Beispiele in Zahlen. 16 Biogasanlagen, 12 Windkraftanlagen, 2153 Solaranlagen und 241 Fotovoltaikanlagen sind im Landkreis in Betrieb. Bundesweit würden 8,6 Prozent aus erneuerbaren Energien produziert, so die Energieexperten, man "hinke also etwas hinterher". "Bis ins Jahr 2020 sind bis zu 20 Prozent, auch im Vogtland, das Ziel", sagte Pohl. "In Sachen Biomasseverarbeitung besteht ein großes Potenzial. In der Region gibt es viel Holz, Grünschnitt und Material aus der Landschaftspflege", führte Hergert ein weiteres Mosaikstein in dem Arbeitsfeld aus, in dem der Bedarf, Potenziale und künftige Aufgaben für nachhaltigen Klimaschutz im Vogtland ermittelt werden. Ideengeber sei 2005 die österreichische Gemeinde Güssing gewesen. Güssing ist eine Gemeinde, die energieautark ist, also den eigenen Verbrauch selbst herstellt und darüber hinaus sogar noch Energie verkaufen kann. Die Arbeitsgruppe des Energiekonzeptes Vogtland beschloss, alle drei Monate zu tagen. Zudem ist eine Internetseite in Planung. "Die wird mit zahlreichen Daten gespeist und über umfangreiche Informationen darunter auch die vielfältigen Fördermöglichkeiten", kündigte Pohl an.