Kleine auf großer Tour in Plauen

Eine besondere Reisegruppe zog am Wochenende in Plauens City die Blicke auf sich. Der Club der kleinen Leute besuchte die Spitzenstadt. Die kleinen Frauen und Männer fühlten sich sehr wohl, wie Clubchefin Monika Schreiber verriet.

Plauen - "Schau mal, da sind alles kleine Menschen", sagte eine Mutter zu ihrem kleinen Sohn, der dann staunend auf die Gruppe blickte, die gemächlich die Nobelstraße entlang schlenderte. Tatsächlich waren die kleinwüchsigen Frauen und Männer ein Hingucker am Wochenende. Gelassen registrierten sie die auf sich gerichtete Aufmerksamkeit. "Wir sind der Club der kleinen Leute mit Hauptsitz Chemnitz. Wir unternehmen zwei Mal im Jahr eine gemeinsame Ausfahrt, zum zweiten Mal binnen zweier Jahre sind wir in Plauen", erzählte Monika Schreiber, Vorsitzende des Vereins, der aktuell 20 Mitglieder zählt.

Die ältere Dame, aus Berlin stammend und mittlerweile in Sachsen daheim, lobte Plauen im Namen auch ihrer Mitreisenden. "Es ist eine schöne Stadt. Und wir fühlen uns sehr wohl hier, weil wir gut behandelt werden - so unser Eindruck." Vor allem die Gastgeber in der Jugendherberge Alte Feuerwache bekamen ein dickes Kompliment. "Die sind richtig lieb zu uns, Klasse. Heute besuchen wir das Spitzenmuseum und später wandern wir zu den Weberhäusern", sagte Mitreisende Cornelia Markwart aus dem benachbarten Brandenburg. Die Reisegruppe wirkte froh und entspannt, doch im Gespräch machen sie kein Hehl daraus, dass es nicht so einfach ist, klein zu sein.

"Wir sind gern als Gruppe zusammen, tauschen uns aus, helfen einander und verbringen eine schöne Zeit", so Cornelia Markwart, die gelernte Schneiderin ist, aber gesundheitlich keinen vollen Arbeitstag mehr schaffen würde. Sie ist Frührentnerin. Einen Job mit etwas leichteren Konditionen - Fehlanzeige. "Auch sonst haben wir kleinen Leute es nicht einfach. Stichwort: Einkaufswagen. Haben Sie schon mal in einem Supermarkt einen für kleine Leute gesehen?" Sei's drum, tapfer und optimistisch meistert sie und ihre großen, kleinen Leute vom Club das Leben. F. Blenz