Kleine Alternativen statt großer Weihnachtsmärkte

Die großen Kreisstädte Reichenbach und Oelsnitz sagen nach Plauen, Auerbach und Klingenthal nun auch ihre Weihnachtsmärkte ab. Wer etwas adventliches Flair erleben will, muss auf kleine Händler- und Privatinitiativen in der Adventszeit ausweichen: So in Oelsnitz, Wohlhausen, Neumark oder Treuen.

Oelsnitz/Reichenbach Endgültig abgesagt hat Hauptamtsleiter Hannes Schulz den Oelsnitzer Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende "aufgrund des weiterhin dynamischen Corona-Pandemiegeschehens im Vogtlandkreis und in den benachbarten Landkreisen". Das Rathaus hatte Vorbereitungen getroffen, um dennoch einen weihnachtlichen Treff zu ermöglichen. informiert Schulz im Bau- und Planungsausschusses am Mittwoch. "Unterstützt durch Mitglieder des Gewerbeverbandes, sehr gut beraten durch das Gesundheitsamt und in Abstimmung mit verschieden Markthändlern" seien verschiedene Konzepte erarbeitet worden, darunter das Schutz- und Hygienekonzept zur Verastaltung "Oelsnitz im Advent". "Es sind aber keine Lockerungen in Sicht. Nach der Coronaschutzverordnung ist die Veranstaltung von Weihnachtsmärkten weiterhin untersagt", zog Schulz das Fazit. Der Weihnachtsmarkt als Ort der Begegnung und Pflege von Traditionen wird schmerzlich vermisst. Bis zum Eintritt der Lockerungen am 20. Dezember abzuwarten und dann doch noch "kurzfristig was zu machen", schlug stellvertretender Bürgermeister Ulrich Lupart (AfD) vor - ohne viel Resonanz. Vize-Bürgermeister und Vorsitzender des Gewerbeverbandes, René Buze (FOB), wies auf den "Adventskalender" der Gewerbetreibenden hin. Im Rahmen dieser Initiative kündigte er verschiedene Rabatt-Aktionen der Händler an. Ziel sei es, die Innenstadt zu beleben und Leute in die heimischen Läden zu locken. .
Auch in Reichenbach gibt es lange Gesichter. Der Markt am vieretn Advent (16. bis 20. Dezember) ist abgesagt, vermeldet Stadtsprecherin Heike Keßler. Noch vor dem ersten Advent wird dennoch die Stadt geschmückt, die Pyramide aufgebaut, die Bäume stehen. Weil der Reichenbacher Weihnachtsmarkt erst am 4. Advent traditionell läuft, klammerte sich die Stadt bis zuletzt an eine Möglichkeit, den Markt auf irgendeine, wenn auch abgeschmolzene Art, durchführen zu können. Doch nach am Mittwoch verkündeten Lockdown-Verlängerungen ist nun auch in der Neuberinstadt die Etnscheidung getroffen. In den vergangenen Wochen hat die Stadtverwaltung alles versucht, ein Konzept zu entwickeln, das allen Eventualitäten entspricht. Mehrere Varianten wurden geplant, so beispielsweise das Auseinanderstellen der Buden vom Marktplatz bis zum Postplatz oder auch eine Einzäunung des Weihnachtsmarktbereiches für eine effektive Kontaktnachverfolgung, so Heike Keßler.
Erlaubt ist jedoch, dass einzelne Buden in einem weiten Abstand zueinander aufgestellt werden können. Von dieser Möglichkeit macht der Gewerbeverein Reichenbach e.V. "Gemeinsam für Reichenbach" Gebrauch und stellt eine Verkaufshütte auf den Postplatz, um etwas Adventsfeeling zu schaffen.
Wo aber findet man im Vogtland noch adventliches Flair?
Ausflug zu Aladdin
Schon in dieser Woche hat die Wald Jacobs Weihnachtswelt in Wohlhausen im Oberen Vogtland geöffnet - und das die ganze Adventszeit hindurch. Neben dem obligatorischen Weihnachtsbaumverkauf öffnen die Jacobs auch ihre Adventsscheue, den Imbiss mit vogtländischen Grillspezialitäten und der Streichelzoo. Tierische Attraktion ist wie schon voriges Jahr Kamel Aladdin. Für die Kinder fährt die Garteneisenbahn und in der Märchenscheune werden schöne Geschichten gelesen. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr, freitags und samstags von 10 bis 20 und sonntags von 10 bis 17 Uhr.
Handwerk auf Gut Neumark
Mit Weihnachtsbaumverkauf lockt auch die Familie von Römer auf ihr Gut in Neumark. Nebenher gibt es wie andere Jahre zuvor schones Kunsthandwerk zu sehen und kaufen, und natürlich Glühwein to-go von der Bude. Eingeladen wird am heutigen Freitag und morgigen Samstag von 13 bis 18 Uhr.

Eierlikör am "Vaterland"
Zum Weihnachtsmarkt "to go" lädt das Gastwirtspaar Weller vom Treuener "Vaterland" zum verkaufsoffenen 1. Adventssonntag ein. Verkostet werden darf Glühwein, Kaiserschmarrn und die im Haus selbst hergestellten Pralinen und Schokoladenspezialitäten. Neu ist der Eierlikör "to go" zum Löffeln, bei dem der Löffel schon dabei ist. Renate Wöllner/Cornelia Henze