Klang-Rarität Zwickauer Sinfonie

Plauen - In Greiz geboren, besuchte er 1950 als 13-Jähriger das Plauener Theater. Obwohl er damals von diesem Haus vollauf begeistert war, dauerte es ein knappes halbes Jahrhundert, bis er ins Theater der Spitzenstadt zurückkehrt. Doch heute Abend wird er, wie gestern schon, nicht im Zuschauerraum sitzen, sondern das Philharmonische Orchester des Theaters Plauen-Zwickau beim 5. Philharmonischen Konzert dirigieren. Und dieses Konzert wird für Wolf-Dieter Hauschild ein ganz besonderes. Auf dem Programm steht mit der "Zwickauer Sinfonie" ein höchst selten gespieltes Stück von Robert Schumann, was der Komponist als 22-Jähriger schrieb, aber unvollendet ließ. "Für Schumann war das ein Experiment", wo die große Substanz des Künstlers schon zu spüren war, spricht Wolf-Dieter Hauschild mit Hochachtung von einem "der genialen Komponisten, der neben Schubert der vielseitigste dieser Epoche war" und betont zudem das breite Repertoire von "Sinfonik, Klavierstücken, Kammermusik, dem Experiment Oper und Chorsinfonik". Der weit gereiste Dirigent, der schon in Tokio und Helsinki Konzertaufführungen leitete, Chefdirigent mehrerer berühmter Klangkörper und dazu noch Intendant des renommierten Aaolto-Opernhauses Essen war, hob beim gestrigen Pressegespräch auch Johannes Brahms hervor, der "ohne Schumann undenkbar wäre, hat dieser doch die Genialität Brahms erkannt". Von jenem engsten Vertrauten der Plauenerin Clara Wieck dirigiert Wolf-Dieter Hauschild die Sinfonie Nr. 1 sowie von Richard Strauss das Konzert für Waldhorn und Orchester, wo mit dem Solisten Julius Pravenicius ein Preisträger des Internationalen Instrumentalwettbewerbs im Vogtland Theater gastiert. Wolf-Dieter Hauschild, der 1985 bei der Eröffnung der Dresdner Semperoper den "Freischütz" dirigierte, freut sich schon auf die Konzerte im Plauener Vogtland Theater, wo um 19 Uhr - also eine halbe Stunde vor Beginn - Generalmusikdirektor Georg Christoph Sandmann eine Einführung gibt. J. Preuß