Klang der silbernen Königin

Die Querflöte hat den Ruf, das Königsinstrument der Flöten zu sein. In der klassischen wie populären Musik prägt der charismatische Klang, den Künstler dem silbernen Schmuckstück entlocken, bekannte Melodien. Der Plauener Musiker Jörg Michael Hartmann ist bis heute fasziniert und spielt Querflöte mit Leidenschaft.

Von Frank Blenz

Vornweg soviel: Jörg Michael Hartmann ist in der hiesigen Musikszene vor allem als Bassist und als einer bekannt, der in mehreren Bands und Formationen spielt, aushilft, mitmacht - seinem Credo entsprechend: Musik spielen - live, jetzt. Dass der Plauener auch das besondere Instrument Querflöte in seinem musikalischen Schaffen zum Klingen bringt, hat mit einer Begebenheit in seiner Jugend zu tun.
"Mit neun Jahren habe ich bei einem Konzert Querflöte gehört und sofort wollte ich das auch können. Ich war da noch auf der Suche, ich war neugierig und aufmerksam. Mir gefiel dieser Sound. Aber mir gefielen auch andere Musikinstrumente. Wenn da an diesem Tag jemand Synthesizer oder Harfe gespielt hätte, hätte ich möglicherweise Synthesizer oder Harfe lernen wollen. Nur gut - es ist Querflöte geworden", berichtet Jörg-Michael Hartmann. Die musikalische Bildung führte den jungen Hartmann bis zum Ende der Schulzeit quer durch die klassische Welt von Bach, Telemann bis Mozart. Die Musik ließ ihn nicht los. Allein die Gelegenheit, selbst Musik zu machen, bot sich längere Zeit kaum. Denn Jörg Michael Hartmanns Leidenschaft für den Sport gewann. Hartmann war viele Jahre im Amateursportbereich als Übungsleiter und Vereinsvorsitzender in Plauen im Bereich Leichtathletik tätig.
Und dann? "Jahrzehnte später habe ich vom Musikstammtisch in der Gaststätte am Goetheplatz gehört und mich dort an der Bassgitarre versucht", erzählt der Vogtländer. Sein musikalisches Talent, sein Können in Sachen Musiktheorie, seine Begeisterung vereinten sich für ihn, fortan musikalisch aktiv zu werden. "Bei der LOGO Rockband aus Oelsnitz wurde ein Bassist gesucht, ich kam dort hin und ich hatte das Glück, mitspielen zu dürfen."
Hartmann philosophiert in diesen adventlichen Tagen über sein eigentliches Spezialinstrument: "Querflöte ist in der klassischen oder traditionellen Volksmusik kein exotisches Instrument. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit erklingt die Querflöte öfters. In der Rock- und Popmusik ist das Instrument eher selten zu hören. Der ein oder andere kennt vielleicht die kurzen Flötenpassagen bei California Dreaming von den Mamas und Papas oder die Woodstock-Hymne Going up the Country von Canned Heat oder den Hit Down Under von Man at Work aus Australien."
Das wohl bekannteste Thema, der Rockflötenklassiker schlechthin aber ist, so Hartmann: "Locomotive Breath von Jethro Tull." Der Solist Ian Anderson war sogar schon im Vogtland. Der Brite spielte vor Jahren mit seiner Band ein großes Freiluftkonzert in Wernesgrün. Damals, als die Brauerei noch viel Geld für Kultur und PR ausgab, schauten Größen wie Toto, Peter Maffay oder Christopher Cross vorbei, erinnert sich Hartmann, der bedauert, ausgerechnet bei Ian Anderson eben nicht vor Ort gewesen zu sein...
Wenn man Rockmusik macht und Flöte gelernt hat, kommt man an diesem Werk kaum vorbei, findet der Vogtländer. Und so wurde das Lied auch ins Repertoire von LOGO genommen. Wie eine Lokomotive zischt und faucht und pfeift die Querflöte, moduliert der Flötist die Töne mal mehr mal weniger heftig das Mundstück nutzend.
Gerade auch im Jazzbreich passt der eigentümliche vielfältige Klang dieser silbernen Flöte. "Seit einiger Zeit arbeite ich mit ein paar Kollegen an jazzfunkigen Klängen, die wir für Vernissagen einsetzen werden", so Jörg-Michael Hartmann.

Kalenderblatt 18

In welcher Band spielte Jörg Michael Hartmann mit als Bassist? Wenn Sie das wissen, schreiben Sie uns das Lösungswort bis zum 19. Dezember auf eine Postkarte und senden sie an: Redaktion Vogtland-Anzeiger, Postplatz 12, 08523 Plauen. Oder Sie mailen uns an unter:
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Zu gewinnen gibt es diesmal Finja mit Flöte der Serie "Finn & Finja", gesponsert von der Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen.
Von der Glücksfee gezogen wurde als Gewinnerin von Kalenderblatt 14 Aileen Schulze aus Oelsnitz. Sie wusste das Lösungswort: 60 Jahre. Freuen darf sich Aileen über Finn mit Schlitten aus dem Hause Kuhnert.
Der Gewinnerin herzlichen Glückwunsch!
Der Gewinn kann in der Redaktion in Plauen abgeholt werden.
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