Kläranlage: Vogtländer machen mobil

Die Vogtländer machen mobil gegen die bis spätestens 2015 vom Freistaat gesetzlich angeordnete Umstellung der hauseigenen Kleinkläranlagen auf ein vollbiologisches System. Die Gründung einer Bürgerinitiative ist am 16. März im "Anker" in Theuma geplant.

Treuen/ OT Wetzelsgrün - Die Vogtländer werden am 16. März, Beginn 14.30 Uhr, im Theumaer Gasthof "Zum Anker" eine Bürgerinitiative gründen und danach am runden Tisch ihre dagegen wirkenden Vorstellungen fixieren und anschließend umsetzen, erklärte die Oberjößnitzerin Friedgard Kiener, die Initiatorin der Bürgerversammlung zum Thema Abwasser und Kläranlage im Saal des Treuener Gasthofes "Waldeck" am Samstag.

Diese Vorstellungen beinhalten eine Gruppenlösung in öffentlicher Trägerschaft mit einer Fertigstellung nach 2015. Dazu soll der Zweckverband Wasser und Abwasser stärker in die Verantwortung genommen werden und mit ins Boot geholt werden, um die Last nicht allein auf die Grundstückseigentümer abzuwälzen. Zur möglich neuen Terminkette nannte das Reuther Gemeindeoberhaupt Ulrich Lupart als Beispiel die Vorgaben in Sachen Abschluss der Umrüstung im benachbarten Tschechien bis zum Jahr 2022 und im Nachbarfreistaat Thüringen gelte gar 2027 als Fertigstellungstermin. In diesen Zeiträumen sollte sich nach Meinung der Anwesenden auch die neu zu fassende sächsische Gesetzesvorgabe bewegen.

Am Samstag gab es dazu ein erstes Treffen der von der Umstellung betroffenen Bürger im Treuener Ortsteil Wetzelsgrün. Im Saal der Pension "Waldeck" sollte eigentlich an diesem Nachmittag schon die Bürgerinitiative gegründet werden. Doch dazu kam es wegen des unerwartet großen Interesses der Bevölkerung nicht.

Die Oberjößnitzerin Friedgard Kiener, Initiatorin der Bürgerversammlung, verschob daher die BI-Gründung um eine Woche auf den kommenden Samstag, 16. März. Neben der Feststellung der Anwesenden wurde dazu an diesem Nachmittag im Treuener Vorort noch festgehalten, wer Interesse an einer Mitarbeit am runden Tisch hat. Mehrere Meldungen von Bürgern zu einer Mitarbeit daran gab es sofort. "Diese Gruppe wird aber etwa acht Mitglieder umfassen, nicht mehr", so die 74-jährige engagierte Friedgard Kiener. Diese Gruppe treffe sich erstmals in der kommenden Woche nichtöffentlich, so Frau Kiener am Sonntagnachmittag. An dem runden Tisch sollen dann nach der BI-Gründung die weiteren Schritte in Sachen vollbiologische Abwasserklärung im Vogtland besprochen werden.

Wie und was, Tiefgründiges und Festlegendes bis hin ins Detail gab es am Samstag noch nicht. Verschiedene Redner, darunter die drei anwesenden ehrenamtlichen Bürgermeister aus Neuensalz (Carmen Künzel), aus Reuth (Ulrich Lupart) und aus Eichigt (Christoph Stölzel) oder auch die Landtagsabgeordnete der Linken Andrea Roth, sprachen zur Gesetzeslage und zur aktuellen Situation im Vogtland. Alle forderten sie die Politiker im Land auf, hierzu Farbe zu bekennen und zugunsten der Bürger die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Reuths Gemeindeoberhaupt Lupart riet, am 18. März sei Verbandsversammlung im ZWAV in Plauen, da sollten die Bürger ihre Meinung kundtun. Der Eichigter Christoph Stölzel berichtete sogar, "Ich mach diese Politik nicht mehr mit und bin gestern aus der Partei ausgetreten (SPD-Anmerkung der Redaktion) und bin so jetzt parteilos."

Ihren Unmut, untersetzt mit praktischen Beispielen, die bisher die Bürger in Zusammenhang mit der Umsetzung der Gesetzesvorgabe persönlich erlebten, schilderten Doris Arndt aus Oberlosa, Karin Peterhänsel aus Klingenthal und Wolfgang Böhm aus Altensalz. Auch Roland Albert aus Altensalz war einer der Redner an diesem Nachmittag im Gasthofsaal. Er machte seinem Unmut über die Vorgehensweise in Sachen Umrüstung der Kläranlagen auf das vollbiologische System Luft. "Hut ab, dass so viele Leute heute hierher gekommen sind. Aber das ist auch eine Scheißgeschichte, wir müssen uns da einig sein." va