Kita über Ländergrenzen

In Zukunft sollen auch Kinder aus Bayern und Thüringen die Kindertagesstätte "Zwergenland" in Reuth besuchen - und umgedreht. Das wünscht sich Bürgermeister Ulrich Lupart.

In der jüngsten Ratssitzung sagte er: "Wir wollen ein vereintes Europa, machen dabei aber in Deutschland an den Grenzen der Bundesländer halt, da kocht jeder sein eigenes Süppchen, das kann doch nicht sein." Lupart beklagte die Arbeitsweise der zuständigen Ministerien in den Bundesländern: Notwendige Zuschüsse für die betroffenen Kindergärten würden an das Nachbarbundesland nicht ausgereicht. Laut Lupart ist das Kleinstaaterei - wie im 17. Jahrhundert.

Der 61-jährige Oelsnitzer ist ein Verfechter eines länderübergreifenden Kindergartens. "Wenn Eltern aus den thüringischen Stelzen oder dem bayerischen Münchenreuth durch Reuth nach Plauen auf Arbeit fahren, dann ist es doch legitim, dass sie ihre Kinder in Reuth in den Kindergarten bringen." Das soll auch umgekehrt möglich sein, wenn Reuther nach Thüringen oder Bayern auf Arbeit fahren. Erste Gespräche dazu gibt es laut Bürgermeister Lupart schon unter den Kommunalvertretern der beteiligten Landkreise Hof, Vogtland und Saale- Orla.

Und es gebe Hoffung - von höchster Stelle: Die Reuther Kita-Leiterin Doritta Korte berichtete im Gemeinderat über ein Projekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter dem Titel "Anschwung für frühe Chancen". Damit soll eine Art Netzwerk entstehen mit dem die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ausgebaut und verbessert werden sollen. "Dazu mussten Konzeptionen eingereicht werden und wir hatten hier im Kindergarten auch schon Besuch von der Projektmanagerin aus dem Bundeministerium, mit positiver Resonanze", berichtete Frau Korte.

Nun soll es eine Art "Runden Tisch" geben, bei dem neben den Bürgermeistern auch Vertreter der Landkreise und von Kindereinrichtungen gemeinsam an einem Tisch sitzen. Termine dazu wurden zur Ratssitzung noch nicht genannt. j.st.