Kita Großfriesen sucht Weg in Zukunft

Die Kita Großfriesen leidet unter Kindermangel. Von den 36 Plätzen sind nur 16 belegt. Und im Herbst sinkt die Anzahl der Kita-Kinder auf neun. Nun ist die Stadt Plauen als Träger der Einrichtung auf der Suche nach einem Weg in die Zukunft.

Großfriesen - Als Ernte-Kindergarten hatte vor einem halben Jahrhundert die Geschichte der Kindertagesstätte Großfriesen begonnen. Doch nun könnte in der derzeitigen Form das letzte Kapitel aufgeschlagen sein, wenn sich nicht noch mehr Eltern auf der Suche nach einem Kita-Platz für Großfriesen entscheiden. Von den 36 Plätzen in der Einrichtung an der Falkensteiner Landstraße sind aktuell 16 belegt. Nur zwölf mit Kindern aus Großfriesen. Die Zahl der Erzieherinnen wurde von drei auf zwei reduziert.

Wenn im Sommer ein Großteil der Mädchen und Jungen eingeschult wird, sinkt die Anzahl der Kita-Kinder weiter - auf neun. Auch weil es wenige Neuanmeldungen gibt. "Das ist zu wenig, um eine ganze Kraft einsetzen zu können", sagt Lutz Schäfer, Fachbereichsleiter für Jugend, Soziales, Schulen und Sport. Die Stadt Plauen ist Träger der Einrichtung: "Es ist per Gesetz vorgeschrieben, dass pro Erzieher mindestens 13 Kindergartenkinder angemeldet sein müssen."

Um aber die Öffnungszeiten aufrecht zu erhalten und der Forderung des Landesjugendamtes nach einer zweiten Aufsichtsperson gerecht werden zu können, müssten sogar zwei Erzieher eingesetzt werden. "Das kann keiner bezahlen. Deshalb muss eine andere Lösung her", so Schäfer, der bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Großfriesen seine Varianten den Eltern vortrug.

"Um die Betreuung aufrecht zu erhalten, begeben wir uns auf die Suche nach einem freien Träger, der mit seinem pädagogischen Konzept für Aufwind in der Kita sorgen könnte. Eine andere Variante sind Kinderpflegestellen in den vorhandenen Räumen", erklärt Schäfer. Der Großfriesener Ortschaftsrat habe auch eine Kombination von Kindertagespflege und Kindertageseinrichtung in Betracht gezogen.

Dabei könnte auch das Mindestalter der betreuten Kinder unter die bisher zwei Jahre gesenkt werden. "Die Toiletten eine Treppe tiefer sind der Hinderungsgrund für die Aufnahme von jüngeren Kindern. Für Krippenkinder müsste umgebaut werden", so Schäfer.

Für die Kindertagespflege gelten nach seiner Aussage andere Richtlinien als für eine Kindertageseinrichtung mit Erzieherinnen. "Eine Tagesmutter kann bis zu fünf Kinder über neun Stunden lang betreuen. Für den Fall ist auch keine zweite Aufsichtsperson nötig", sagt der Fachbereichsleiter: "Die jetzigen Räume können dazu dienen. Selbst für die Betreuung von Krippenkindern ab einem Jahr gebe es keine Hürden. Statt Landesjugendamt ist das Jugendamt des Landkreises für die Genehmigung zuständig."

Die Stadt Plauen selbst habe sechs ausgebildete Tagesmütter, die schon jetzt für ein Alternativ-Angebot sorgten. Derzeit wachsen in Großfriesen 21 Mädchen und Jungen zwischen null und sechs Jahren heran. Aus eigner Kraft wird der Ortsteil seinen Kindergarten also nicht erhalten können. Hinzu käme laut Ortschaftsrat Wolf-Rüdiger Ruppin, dass selbst Großfriesener Eltern ihre Kinder in Einrichtungen in die Stadt oder nach Theuma bringen. "Das soll sich durch einen geplanten 'Tag der offenen Tür' ändern.

Eltern soll die Kindertagesstätte schmackhaft gemacht werden", sagt Ruppin. Von den derzeit 16 Kita-Kindern sind laut Schäfer zwei im Krippenalter, zehn im Kindergarten und vier Hortkinder. Ab Sommer wird es eine Hortbetreuung in Großfriesen nicht mehr geben. Dann werden die Erst- bis Viertklässler in ihren Grundschulen den Hort besuchen. "Ich habe dem Ortschaftsrat zugesagt, dass sich die Stadt Plauen erst aus der Verantwortung für die Kita Großfriesen zurückzieht, wenn es eine Lösung gibt", betont Schäfer.

"Entscheidend sind bei der Suche nach einem Weg in die Zukunft allerdings die Eltern." Bis zur nächsten Ortschaftsratssitzung im Mai sollen nach Aussage des Fachbereichsleiters alle freien Träger, die nach einer Einrichtung in der Vergangenheit nachgefragt hatten und ein besonderes pädagogisches Konzept vorlegen konnten, angeschrieben werden. "In der Ortschaftsratssitzung wollen wir Träger, die aktuelles Interesse bekunden und bereit sind, das Risiko zu übernehmen, vorstellen.

Parallel dazu soll es Gespräche mit dem Kreis-Jugendamt betreffs Kindertagespflege in den vorhandenen Räumen geben. Wenn das abgesegnet ist, kann per Ausschreibung nach Tagesmüttern Ausschau gehalten werden", sagt Schäfer und fügt hinzu: "Unser Ziel ist es, ab 1. September eine neue Betreuungsvariante aufzuweisen, wenn wir es nicht schaffen, dass Plauener ihre Kinder nach Großfriesen bringen."