Kirschallee, Apfelstraße und Pflaumengasse

Eichigt - Obst ist nicht gleich Obst. So gibt es zwischen industriell produzierten Äpfeln aus Lateinamerika oder Südeuropa und Äpfeln aus Omas Bauerngarten gewisse Unterschiede. Kenner und Ernährungsphysiologen schätzen an den Obstsorten von anno dazumal den höheren Gehalt an Vitaminen, die bessere Haltbarkeit, den weitestgehenden Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und Düngung und selbstverständlich die Geschmacksnote von individuell geerntetem Obst.  Deshalb haben Eichigts Gemeindeverwaltung, Schule und Kindergarten dem traditionellen ländlichen Obstanbau wieder neues Leben eingehaucht - und alte, bodenständige Obstsorten gepflanzt. Zum ersten Mal auch Walnüsse. Außerdem: Warum Obst für Schule und Kindergarten über den Großhandel beziehen, wenn es gleich nebenan im eigenen Dorf wächst? Begonnen hatte alles vor gut einem Jahr mit einem Apfeltag. An der Straße ins Untereichigter "Loch" hatte der Zahn der Zeit in einen nach 1950 angelegten Apfelbestand heftige Lücken gerissen. Mit etwa 20 Halbstamm-Apfelbäumchen, allesamt alte vogtländische Sorten, sind die ersten Lücken ausgefüllt worden. Kinder aus Schule und Kindergarten hatten sich an der Pflanzaktion beteiligt - und Landrat Dr. Tassilo Lenk bei seinem Besuch im Kindergarten mit einem Apfellied begrüßt. Aber: Nur Apfel? Deshalb ist die Eichigter "Obststraße" jetzt durch Kirsch-, Pflaumen-, und Walnussbäume aufgewertet worden.  Die Gemeinde hat dabei das jüngste Obstbauseminar im Eubabrunner Riedelhof genutzt. Hier war eine auf alte Sorten spezialisierte Baumschule aus dem thüringischen Harras vor Ort nicht nur präsent, sondern hat den Eichigter ein Sammelsurium alter Kirsch- und Pflaumensorten sowie fünf etwa drei Meter hohe Walnussbäume gleich frei Haus angeliefert. Jetzt komplettieren die jungen Bäumchen die Eichigter "Obststraße". Und die Alten? Erstmals seit vielen Jahren sind einige der urig-knorrigen Apfelbäume von anno dazumal fachgerecht beschnitten worden. Alt und Neu, Jung und Alt - das macht eben "ne gute Mischung". Was in Zeiten von Krise und Rezession in Eichigt noch gilt? Frei nach Martin Luthers Worten: "Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch ein Apfelbäumlein pflanzen."  C. S.