"Kinomann" feiert am Donnerstag Premiere

Der Rodewischer Matthias Ditscherlein erlebt gerade eine abwechslungsreiche Zeit: Am Mittwoch feiert er seinen 32. Geburtstag, morgen hat sein "Kinomann" bei den 54. Hofer Filmtagen Premiere. In der kommenden Woche ist der Vogtländer beim Filmfestival DOK in Leipzig mit von der Partie.

Als Krönung gibt es am Samstag in Hof womöglich noch ein zusätzliches Geburtstagsgeschenk, denn dann wird der Granit verliehen, der Dokumentarfilmpreis der 54. Hofer Filmtage, für den Ditscherleins Streifen "Kinomann" nominiert ist. Der "Kinomann" hört im bürgerlichen Leben auf den Namen Helmut Göldner. Dieser ist seit 60 Jahren als Filmvorführer unterwegs - und das noch heute im Alter von 76 Lenzen. Da gibt es viel zu erzählen - an Stoff hat es Matthias Ditscherlein nicht gemangelt.


Im Jahre 2019 hat er Göldner begleitet, mit ihm gesprochen, dem "Kinomann" über die Schultern geschaut - am heimischen Küchentisch, im Produktionsraum oder bei den Vorführungen. Im Umkreis von etwa 250 Kilometern zeigt er seit Jahrzehnten Filme - in Mitteldeutschland und Brandenburg. Auch in Rodewisch war er bereits zu Gast. Was zeichnet den Menschen Göldner aus? "Sein trockener Humor und vor allem sein unbändiger Wille", so Ditscherlein. Bis 100 wolle Göldner noch weiter machen. Es könnte also theoretisch sogar die Fortsetzung "Kinomann 2" geben.


Eine große Herausforderung musste Ditscherlein bereits vor dem Dreh meistern - die Kontaktaufnahme. Helmut Göldner steht in keinem Telefonbuch, macht auch keine Werbung. "Er war wirklich schwer, ihn zu finden", so Ditscherlein. Ihm ist es gelungen und er fand einen Menschen, der nicht "scheu vor der Kamera ist", sich aber sich auch nicht verbiegt. Dementsprechend authentisch und humorvoll sei der Steifen geworden. "Helmut Göldner war wahrscheinlich überrascht, dass ein 90 minütiger Film über ihn entstanden ist", schmunzelt Ditscherlein.


An 16 Tagen wurde im vergangene Jahr gedreht - rund 60 Stunden Material kamen zusammen, aus dem nach dem Schnitt der eineinhalbstündige Dokumentarfilm entstanden ist, der am 31. August fertig wurde. An diesem Tag musste die Anmeldung für die Hofer Filmtag erfolgen. 90 Minuten - das ist auch ein TV-taugliches Format. Derzeit gibt es laut Ditscherlein Gespräche mit dem MDR über eine mögliche Ausstrahlung.


Im März 2021 soll "Kinomann" in mitteldeutschen Kinos laufen - auch im Vogtland. "Ich könnte mir beispielsweise das Malzhaus vorstellen", so der Rodewischer. Bei der Kinotour soll auch Hauptdarsteller Helmut Göldner dabei sein - genauso wie morgen bei der Premiere in Hof.


Am Sonntag wird dort der Film ein zweites Mal gezeigt, bis 1. November ist der Streifen auch im Internet über die Homepage des Veranstalters abrufbar. Für Matthias Ditscherlein ist die Teilnahme an einem solchen Filmfestival Neuland. Rund 70 Streifen werden bis Sonntag gezeigt, darunter 15. Dokumentarfilme. Mario Wild