"Kino soll zum Wohnzimmer werden"

Das Auerbacher Kino liegt ab 1. Januar in Frauenhänden. Die Schwarzenbergerin Katharina Repp (32) ist die neue Betreiberin der Rekord Lichtspiele - Filmvorführerin wird die Auerbacherin Sylvie Glaß (38) sein.

Von Cornelia Henze

Auerbach Viele Jahe betrieb Heinz-Peter Schmitz aus Remscheid das Auerbacher Kino. Aus Altersgründen gibt der über 70-Jährige das Kino ab. In der Stadt kursierende Gerüchte, dass es bald kein Kino mehr geben wird, räumt Auerbachs Bauamtsleiter Patrick Zschiesche nun aus: "Wir brauchen das Kino, weil es ein weicher Standortfaktor ist und in die Stadt gehört." Deshalb sicherte sich die Stadt auch 2018 das äußerlich unansehnliche Gebäude, das sie Schritt für Schritt sanieren will. Das ginge allerdings nicht auf einen Ruck, brauche man dafür doch eine sechsstellige Summe - Fördermittel innerhalb eines Stadtumbauprogrammes werden beantragt. Am 30. Dezember zeigt die alte Kino-Crew den letzen Film - und nach viertägiger Umbau- und Schließzeit geht unter neuer Regie am 4. Januar der erste Streifen über die Leinwand. "Das Kino muss ein Wohnzimmer werden für jeden": Das ist das Credo von Katharina Repp, die schon Kinoerfahrung aus dem Erzgebirge mitbringt. Die gelernte Werkzeugmacherin stieg vor Jahren mit anderen Filmfreunden ins Geschäft ein, als es galt, das vor dem Aus stehende Schwarzenberger Ring-Kino zu retten. Daraus wurde vor acht Jahren ein Betreibervertrag, und seit vorigem Jahr ist Repp auch Pächterin des "Gloria" in Annaberg. Nun kommt mit Auerbach Nummer drei hinzu. Mit vielen Extras will Katharina Repp den Leuten wieder Lust aufs Kino machen. Montags gibt es den "Besonderen Film" für anspruchsvolle Cineasten, dienstags ist die Kinokarte preisgünstiger zu haben, mittwochs starten Premieren, ab Donnerstag läuft das jeweils neue Wochenprogramm an. Einführen will Repp das auch anderswo schon gut laufende Ladies-Preview mit einem Glas Sekt für die Damen, es soll Rentner-Kino ("Keine Filme mit Tod und Krankheit") und die Schulkinowochen geben sowie mehr Angebote für Kinder - verstärkt in den Ferien. Ein absoluter Renner bei den Kleinen sei das Disney-Mitmachkino in Schwarzenberg, zu dem die Kinder auch tanzen können. Im Februar soll es das auch im "Rekord" geben. Preislich wird die Karte zwischen 6,10 Euro (Kinder) und 13 Euro (inklusive Überlänge und 3 D) liegen; die gängige Karte für Erwachsene liegt zwischen 7,70 und 8,80 Euro.
Viel Potenzial sieht die neue Pächterin bei Familienfilmen, die Nachfrage nach Action-Filmen habe etwas nachgelassen. Freuen dürfen sich Kinogänger auf "Die Hochzeit" mit Til Schweiger (Ladieskino), Bad Boys III und "Die fantastische Reise des Dr. Dolittle".
Das Kino sei bisher "sehr lieblos betrieben worden", und müsse nun gründlich gereinigt werden, so der erste Eindruck von Katharina Repp. Inventar und Technik seien intakt, das Foyer möchte sie demnächst mit gemütlichen Möbeln aufhübschen. Noch ein Tipp: Wer noch "alte" Gutscheine hat, sollte noch in diesem Jahr ins Kino gehen, da sie unter der neuen Pächterin die Gültigkeit verlieren. Für 2020 gibt es schon neue Gutscheine.