Keine reine Männersache

Corona verdammt die meisten Sportler der Region mehr oder minder zur Untätigkeit. Da bilden die American Footballer der Vogtland Rebels keine Ausnahme. Der Vereins-Nachwuchs feierte aber im Corona-Jahr dennoch eine Premiere. Vielleicht gibt es 2021 sogar eine weitere - den Football ist nicht nur Männersache.

Von Mario Wild

Quasi zwischen zwei Lockdowns flog dann doch mal das "Ei" - sprich der American Football - im Treuener Jahn-Stadion. Am 22. September feierte die A-Jugend der "Rebellen" ihre Premiere. Erstmals wurde nicht nur trainiert, sondern auch gespielt. Und nicht nur das - es wurde gewonnen. 20:6 hieß es am Ende vor 250 Zuschauern im Freundschaftsspiel gegen die Suburbian Foxes (Vorstadt-Füchse) aus Radebeul. Geglückte Feuertaufe für die Schützlinge im Alter zwischen 16 und 19 Jahren der Trainer Daniel Stier, Tom Fickenwirth und Lucas Kölbel. Letzterer ist gleichzeitig Vorstandsvorsitzender von rund 150 "Rebellen". Über so viele Mitglieder verfüge mittlerweile der im März 2014 gegründete Verein.


Das A-Jugend-Team erblickte vier Jahre später das Licht der Welt. Seit 2018 wurde "geprobt" - zwei Jahre später waren die Akteure nach Einschätzung der Trainer dann bereit, ihr Können im Spiel zu zeigen. "Dementsprechend groß war die Motivation vor der ersten Partie", so Kölbel. Derzeit besteht der Kader aus etwas zwei Dutzend Akteuren. Gespielt wird neun gegen neun - statt 11 gegen 11 wie bei den Männern. "Eine gute Regelung. Die hilft, dass auch kleinere Vereine, Teams auf die Beine stellen können", so der 33-Jährige.


Eine Besonderheit: Seit etwa eineinhalb Jahren trainieren auch zwei Frauen bei den Rebels mit. Raphaela Hannisch deckt als Cornerback die gegnerischen Passempfänger. Alina Erdmann schützt in der Angriffslinie (Offensive Line) ihren Spielmacher (Quarterback) - bisher allerdings nur im Training. Denn gemischte Teams sind laut Sächsischer Spielordnung in der A-Jugend nicht erlaubt. Und genau das möchte Vereinschef Kölbel ändern - entsprechende Anträge wurden gestellt. Bis zum Frühjahr hoffen die Rebellen auf eine positive Rückmeldung. "Wir wollen möglichst viele für die Sportart American Football begeistern - auch Frauen. Zudem würde es uns als ,Dorfverein‘ helfen, das Duo einzusetzen", so der 33-Jährige. "Die beiden wären ohne Zweifel eine sportliche Bereicherung", ist sich Kölbel sicher und hofft, dass der Verband sich in dieser Hinsicht flexibel zeigt.


Auch bei den jüngsten Rebellen mischen Mädchen mit. Beim Flagfootball - der körperlosen Variante des American Footballs. Dort übernahmen zuletzt gleich zwei Spielmacherinnen das Kommando. Bereits Neunjährige können bei den "Flaggies" mitmachen. Diese traten im Corona-Jahr auch bei drei Turnieren an - im Gesamtklassement sprang dabei ein dritter Platz heraus.


Partien unter Wettkampfbedingungen - davon konnte das Männer-Oberliga-Team heuer nur träumen. Außer Training nix gewesen - so hieß 2020 die (unfreiwillige) Devise des Aufsteigers. "Gerade in der heißen Phase der Saisonvorbereitung kam im März der erste Lockdown", so Kölbel. Schnell war klar, dass ein regulärer Ligenbetrieb heuer nicht möglich sein würde. So nahmen viele Rebellen eine Football-Auszeit und stellten beispielsweise ihrer handwerklichen und Heimwerker-Fähigkeiten in den heimischen vier Wänden unter Beweis. Das soll sich im kommenden Jahr wieder ändern. Was sich Kölbel vom "Weihnachtsmann" wünscht, ist klar: Reguläre Ligaspiele - und zwar für alle Altersklassen.


Seit November herrscht Ruhe auf dem Trainingsplatz. Die Fitnessstudios sind bekanntlich ebenfalls dicht. Individuelle Trainingspläne wurden ausgegeben - viel mehr können die Coaches nicht tun. Außer Anschauungsunterricht nehmen - beispielsweise im TV. Jeden Sonntagabend werden Partien aus der National Football League (NFL) gezeigt. Schaut ein Trainer anders hin als der Fan? "Vielleicht ein wenig. Beispielsweise nicht immer nur dorthin, wo gerade der Ball ist. Aber natürlich weiß man dabei stets, dass bei uns andere Voraussetzung herrschen", so Kölbel.


American Footballer müssen auch Pauken: Dabei gilt bei den Rebels die Devise Auffrischen statt neues Lernen. In Sachen Playbook. In diesem sind die gesamten Spielzüge der Mannschaft versammelt, die im zu Ende gehenden Corona-Jahr beim Männer-Team nur in der Theorie zur Anwendung kamen. Der Nachwuchs durfte zum Glück auch in der Praxis ran. 

Kalenderblatt 9

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