Keine Chance für Herlasgrün

Der Pöhler Gemeinderat fügt sich: Die Herlasgrüner werden ihr Abwasser dauerhaft dezentral entsorgen müssen.

Pöhl/Jocketa - Einem entsprechenden Beschluss der Zweckverbandsversammlung (ZWAV) stimmten die Gemeinderäte von Pöhl zu. So ist die Situation: 16 Grundstücke des Ortes sind mit vollbiologischen Kleinkläranlagen ausgerüstet. Für 67, darunter gemeindeeigene Grundstücke, ist die Abwasserfrage offen. Holger Röhn (Verein Erhalt Pöhl): "Wir haben den Krieg verloren. Herlasgrün wird niemals eine zentrale Entsorgung erhalten."

Der Ort habe den gesamten Zweckverband gegen sich. Einzig die Gemeinden Pöhl und Reuth hätten gegen den Beschluss der Zweckverbandsversammlung gestimmt. Trotzdem: "Der ZWAV hat erstmals konkrete Zahlen mit Unterschrift auf den Tisch gelegt." Gemeinderat Heiko Lang (Verein Erhalt Pöhl) bekräftigte in der Ratssitzung seine ablehnende Haltung zum Beschluss. ZWAV und Gemeinde Pöhl hätten bis vor Kurzem nichts für die Herlasgrüner getan. Dabei sei es eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, für die Beseitigung des Abwassers zu sorgen.

Diese Aufgabe sei mit Gründung des ZWAV an den Verband gegangen. "Jeder, der mit ja stimmt, übernimmt die Verantwortung. Und ob sich der ZWAV an seine Versprechen hält?", - Achselzucken seitens Ratsmitglied Heiko Lang. Holger Röhn dagegen nannte die Verweigerung der Zustimmung ein falsches Signal an die Bürger. "Es wird keine zentrale Entsorgung geben."

"Warum den Vertrag in Frage stellen? Das kann nicht sein", argumentierte Andreas Seidel (CDU) und Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl erklärte, dass bei Ablehnung, der Beschluss zurück genommen werden muss und die Gemeinde Pöhl dann für die Beseitigung der Abwasser verantwortlich sei. "Das ist nicht möglich."

Auf Antrag Holger Röhns werden in die Stellungnahme der Gemeinde zwei Punkte eingefügt. "Der Beschluss bedeutet nicht, dass der ZWAV aus der Pflicht der Abwasserentsorgung in Herlasgrün entlassen wird." Und: "Die Gemeindeverwaltung wird beratend bei der Lösungsfindung der Beseitigung des geklärten Abwassers mitwirken." ker