Kein Verließ unter Bergfried

Oelsnitz Ein einziger Sachpunkt steht auf der Tagesordnung der Oelsnitzer Stadtratssitzung am heutigen Mittwoch, Beginn 18 Uhr, im Ratssaal. Stadtbaumeisterin Kerstin Zollfrank stellt den Abgeordneten die Planungen zur Sanierung und Aufstockung des Bergfrieds von Schloss Voigtsberg vor. Dazu ist ein Fachvortrag von Schneider Bau Consult Ingenieurgesellschaft mbH über Bauvarianten und geplante Abläufe zu hören. Der Stadtratsbeschluss soll dann am 5. Februar folgen.
Die Stadt hat den Förderverein Schloss Voigtsberg vor einem Jahr ermächtigt, das Projekt in enger Abstimmung mit der Kommune umzusetzen. Der Verein arbeitete seit 2016 an Konzept und Finanzierung. Für die Sanierung stehen Fördermittel aus dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes und Mittel des Freistaats bereit. Für den ersten Bauabschnitt mit der Erhaltung, Sicherung und Sanierung des Turmgemäuers sind 454 255 Euro geplant. Die Stadt Oelsnitz hat über ihren Haushalt 43 325 Euro als Eigenmittel zugesagt.
Bereits im September 2019 gab es vorbereitende Bauarbeiten. Rund um den Schlossturm wurden - begleitet vom Landesamt für Archäologie - vier Schürfe angelegt, um die Gründung des Mauerwerks zu erkunden. "Gefunden wurden zwei alte Fundamentreste, die wahrscheinlich von Pferdeställen stammen und Tierknochen aus dem 19. Jahrhundert", gab Fördervereinsvorsitzender Thomas Lehniger Auskunft. Der Turm stehe auf festem Fundament. Das habe das Baugrundgutachten des Büros für Baukonstruktion aus Dresden ergeben. Das Fundament bestehe aus vielen übereinander gelegten und vermörtelten Gesteinsplatten, die auf der felsigen Oberkante treppenartig aufgebaut sind. Ein Verließ oder ein anderer aufgefüllter Bereich wurde nicht gefunden. Die Gründung mache einen sehr gut erhaltenen Eindruck und sei nicht die Ursache für die oberirdische Rissbildung im Gemäuer. Eine archäologische Handschachtung im Inneren des Bergfrieds auf der Voigtsburg ist vor Beginn der Bauarbeiten im zeitigen Frühjahr geplant. RWÖ